Der neue Gymnasium-Chef
weckt spontane Sympathien
Rudolf Strasser gestern Abend offiziell als Direktor des
Fürstenberg-Gymnasiums ins Amt eingeführt - Schulerweiterung
eingeweiht
So unterschiedlich die beiden Neuigkeiten waren, die es da in
der Schul-Aula zu feiern galt - hier der neue Chef und dort
eine neue Etage mit Baustellen-Parfüm - , gleich lautende
Kommentierungen der Gäste gab es für das neue Haus und den
neuen Hausherrn schon ganz spontan. ,,Das passt", so
urteilte Bürgermeister und Schuldezenent Bernhard Kaiser beim
abschließenden Rundgang und meinte dabei durchaus den neuen
,,Direx" und das neue Stockwerk, das unter der Leitung
des Stadtbauamts-Architekten Joachim Tretbar binnen weniger
Monate der Schule aufgesetzt wurde.

Schon mit der Schlussrede des einstündigen Programms zu
seiner Amtseinführung hatte sich der Nachfolger Manfred
Glunks nämlich überzeugend positioniert als die wohl ,,gute
Wahl", welche man sich im Interesse der Schüler und 81 Pädagogen
erhofft hatte von dieser Personalentscheidung. Mit der gerade
an Schulen so wichtigen Dosis formaler Liberalität trat der
58-jährige gebürtige Württemberger, der seit 1972 seine
berufliche Heimat am Rothweiler Leibnitz-Gymnasium hatte, ans
Mikrofon. Offen, sachlich und hin und wieder gar mit
humorvoll-nachdenklichen Akzenten präsentierte sich da ein
sehr erfahrener Pädagoge, der die Konflikte und
Problemstellungen seines Wirkungsbereichs kennt, aber an
diesen Selbstverständlichkeiten nicht zur Perspektivlosigkeit
erblindet ist.
Wie wertvoll gerade jetzt angesichts der in den nächsten
Jahren anstehenden Reformen für Gymnasien wie etwa der Verkürzung
auf acht Schuljahre ab 2004 der Erfahrungsschatz und auch die
Rudolf Strasser nachgesagte methodische Führungsqualität
werden könnte, das merkte der Personalratsvorsitzende Uwe
Becker an. ,,Positive erste Eindrücke" attestierte er
dem neuen Direktor. Später schloss sich diesem Urteil auch
Oberbürgermeister Everke an, während eine Reihe anderer Gäste
den ,,spürbaren neuen Geist" an der Humboldtstraße begrüßten.
Ja selbst Kristin Goller, die Sprecherin der Schülermitverwaltung,
hatte schon die Note für den neuen Direktor fertig:
,,Gegenseitige Sympathie" erklärte sie im Namen der Schüler,
weil Strasser sich ,,so offen und interessiert" zeige.
Halb erfüllt durfte durch solche Signale der
Elternbeiratsvorsitzende Bernhard Vondenbusch seine Forderung
an Rudolf Strasser bereits sehen: ,,Setzen sie ihre Kraft ein
dafür, dass die Schüler gerne in diese Schule gehen",
mahnte er.
Die Führungsqualität des Direktors hatte auch Oberbürgermeister
Everke in seiner Rede als die mit Abstand wichtigste
Voraussetzung für eine gute Schule beschworen. ,,Motivation
und ein fachlich wie menschlich überzeugendes Profil gehören
zu den unverzichtbaren Eigenschaften dafür, die er an Rudolf
Strasser schon entdeckt zu haben glaubt. Diese ,,Kultur der
Verantwortlichkeit" nämlich sorge längst nicht nur für
die Vermittlung von Wissen und Ausbildung, sondern säe auch
gesellschaftlich die Voraussetzungen für den
verantwortungvollen Umgang miteinander.
Und so passte dann freilich der Tenor der offizielle Amtseinführung
zu dieser atmosphärischen Visitenkarte, die gestern Abend
alle dem neuen Direktor des ,,FG" ausstellten:
Abteilungsdirektor Udo Müller vom Oberschulamt bescheinigte
Rudolf Strasser ,,eine überzeugende Form von Autorität"
, viel Arbeitsfreude, fachliche Kompetenz und ein hohes Maß
an Führungs- und Integrationsqualität als Voraussetzung für
sein neues Amt. So ausgestattet sei er quasi ein Glücksfall für
Donaueschingen gerade angesichts der nachhaltigen Veränderungen,
vor denen Gymnasien gerade stehen.
|