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Sind zu viele Schüler auf der falschen Schule? 

Rektoren wollen verschärfte Zugangsvoraussetzungen / Landespolitiker diskutieren in Donaueschingen 

Donaueschingen. Die kulturpolitischen Sprecher der vier Landtagsfraktionen kommen auf Einladung der Stadt Donaueschingen am 29. November (19 bis 21.30 Uhr) im Foyer der Donauhalle zu einer Gesprächsrunde zusammen, die das Thema "Die richtigen Schüler an die richtigen Schulen" behandelt. Grundlage dafür ist die Forderung der Rektoren nach mehr Steuerung.
 

"Die Qualität der Schüler sinkt zusehends", das ist die durchgehende Meinung der Schulleiter in der Stadt, die sie bereits im Mai 1998 in einem Grundlagenpapier zu einer Diskussion mit Kultusministerin Annette Schavan dargelegt haben. An dieser Auffassung hat sich bis heute nichts geändert. Wiederholt war auch Oberbürgermeister Bernhard Everke von der pädagogischen Seite damit konfrontiert worden, vor allem auch, weil sich nach dem Besuch der Ministerin im Juni 1999 außer beim achtjährigen Gymnasium nichts bewegt hatte. Der OB sah sich veranlasst, das Schulleiter-Anliegen auf eine breitere politische Ebene zu bringen und lud nunmehr die kulturpolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen, Georg Wacker (CDU), Norbert Zeller (SPD), Ernst Pfister (FDP) und Renate Rastätter (Grüne) zum öffentlichen Hearing nach Donaueschingen ein. 

Grundlage der Gesprächsrunde wird erneut das Papier der Rektoren aus dem Jahr 1998 sein, in dem die Rektoren eine bessere Steuerung der Schülerströme fordern. 20 bis 25 Prozent der Gymnasiasten und Realschüler seien auf der falschen Schule, spricht zu hoch eingestuft. Als denkbare Steuerungsmaßnahmen schlagen die Schulleiter die Wiedereinführung der Orientierungsarbeiten und Aufnahmeprüfungen vor sowie Einzelnoten in Deutsch und Mathematik von wenigsten 2,0 zum Übergang auf das Gymnasium und 2,5 für die Realschule. 

Noch mehr Entscheidungskompetenz bei der Schulartenwahl bei den Eltern lehnen die Rektoren strikt ab. Falsch verstandener Ehrgeiz der Eltern und nachlassende Erziehungskraft vieler Familien ließen dieses Mehr an Entscheidungskompetenz nicht zu. Die pädagogische Seite müsste daher stärker und verbindlicher mitwirken können.

Die Schulleiter sehen aber auch die Notwendigkeit von Verbesserungen im Schulbetrieb. Mehr Lehrerstunden für große Schulen, Flexibilisierung im Förderunterricht, reduzierte Klassenteiler bei hohem Ausländeranteil und mehr soziale Betreuung auch außerhalb des vormittäglichen Unterrichts standen bislang im Mittelpunkt.

Zur Teilnahme am Schulhearing am 29. November sind nicht nur Lehrer, Schulleiter und Elternvertreter aufgefordert, sondern auch interessierte Bürger sehr willkommen. 

Von Achim Stiller (sb) 



 



 
 

Akzeptanz schaffen 


 


(asti). Ist jeder vierte Gymnasiast und Realschüler tatsächlich auf der falschen Schule? Der Graben zwischen den Ansichten der Lehrer und der Eltern dürfte in dieser Frage sehr tief sein. Die Schulleiter haben durchaus Argumente für ihre Forderung nach verbesserter Steuerung, jedoch wird mit diesem Ruf nach staatlichem Dirigismus das Pferd von hinter aufgezäumt. Denn so lange eine Hauptschule im allgemeinen Ansehen bestenfalls als Auffangschule für all jene angesehen wird, die es nicht schaffen, und der Realschulabschluss heute bereits kaum mehr eine ausreichende Grundlage etwa für einen Bankberuf bildet, ist der Wunsch der Eltern nach höchstmöglicher Schulbildung für ihre Kinder verständlich. Höhere Leistungsanforderungen im Gymnasium, Bayern macht's vor, und die Schärfung des Profils der Hauptschule als Nachwuchsschmiede des Handwerks, mit solider Ausbildung in den Kernfächern sowie Englisch als Fremdsprache, müssen einer Steuerung der Schülerströme vorausgehen. Das schafft mehr Akzeptanz. Eltern fundiert klar zu machen, dass sie ihren Kindern mit zu hoch geschraubten Erwartungen keinen Gefallen tun, gehört ebenso zum Gesamtpaket wie die Aufklärung über Möglichkeiten der schulischen Nachqualifizierung, bis hin zum allgemeinen Abitur. 

 


Dokumentation aus dem Südkurier  > 13-09 -01<      Lokalausgabe Donaueschingen

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