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Jetzt doch FG-Fasnetball

Sonderregelung für Fünft- und Sechstklässler am Gymnasium
Donaueschingen (hon) Der Eklat um die Absage des traditionellen Fasnet-Balls am Fürstenberg-Gymnasium (FG) hat ein · zumindest für einige Schüler · versöhnliches Ende genommen. Die Jahrgasstufen fünf und sechs dürfen einen "Penne-Ball" feiern. Ein genauer Termin für das Fasnet-Spektakel steht noch nicht fest.
Die Absage des traditionsreichen Fasnet-Balls am Schmutzigen Dunnschtig war das zentrale Thema am Fürstenberg-Gymnasium in den vergangenen Tagen. Rektor Manfred Glunk rechtfertigte den von der Gesamtlehrerschaft abgesegneten Schritt mit unschönen Szenen, die sich beim Weihnachtsmarkt zugetragen hatten. Damals betranken sich eine Reihe von Schülern, zwei mussten sogar ins Krankenhaus eingeliefert werden. Am Fürstenberg-Gymnasium wurde kontrovers über das Aus für den Ball diskutiert. Einige Schüler hätten Verständnis für die Aussage von Glunk gezeigt, ein Zeichen zu setzen und den Ball einmal ausfallen zu lassen, so ein Sprecher der Schülermitverwaltung (SMV). Andere Schüler wiederum sprachen von "Kollektivbestrafung", weil längst nicht die Mehrheit dem Alkohol zugesprochen hätte. Es wäre vor allem ungerecht gewesen, den Fünft- und Sechstklässlern einen Ball zu verwehren, zumal diese Jahrgangsstufen beim Weihnachtsmarkt mit besonders attraktiven Ständen geglänzt hätten. Dem an der Schule kursierenden Gerücht, wonach die Fünft- und Sechstklässler den am Schmutzigen Dunnschtig ausfallenden Unterricht nicht nachholen müssen, dementierte Rektor Glunk gestern heftig. Am Nachmittag des 8. März müssen alle Fürstenberg-Gymnasiasten die Schulstunden wieder rein holen, die am Vormittag des Schmutzigen Dunnschtig nicht gehalten werden.


Kommentar


Gerechtigkeit?

Na also - wenigstens etwas: Nach der eigentlich bereits komplett abgesagten Schulfasnet am Schmutzigen Dunnschtig am Donaueschinger Fürstenberg-Gymnasium hat sich jetzt doch noch etwas getan. Wenigstens über die Jüngsten wird nicht die große Kollektiv-Strafe verhängt, der eigentlich traditionelle Fasnetball an der Schule kann wenigstens für die Fünft- und Sechstklässler stattfinden.
Damit werden immerhin nicht alle Fürstenberg-Gymnasiasten über einen Kamm geschoren und für Alkohol-Exzesse bei zurückliegenden Party-Veranstaltungen bestraft. Für die so genannte Unterstufe ist damit tatsächlich so etwas wie eine pädagogisch sinnvolle Lösung gefunden.
Die Älteren hingegen müssen schmoren, am Fasnetdonnerstag bleibt die Schule zur Strafe zu, und - vor allem: der damit ausgefallene Unterricht wird an einem Nachmittag (.!.) im März nachgeholt. Pardauz: Ob damit für die älteren Schüler ab der siebten Klasse ebenfalls eine pädagogische Lösung gefunden ist, bleibt hingegen zweifelhaft.
Der kollektive Nachsitz-Nachmittag wird vor allem bei all jenen schmerzen, die nicht Verursacher unliebsamer Vorfälle in der Vergangenheit waren. Trotzdem hat die aktuelle Debatte an der Schule eine wohl insgesamt positive Debatte ausgelöst. Es gibt nicht wenige, die einfach keine Lust mehr haben, für einige Entgleiste den Kopf hinzuhalten. Das ist das eine. Das andere ist dies: Die zugesperrte Schule am Fasnet-Donnerstag wäre ja für sich besehen und aus Schülersicht keine so ganz und gar betrauernswerte Massnahme. "Hurra-hurra" singt offenbar dennoch keiner der Kids: Die Schüler lernen: Fällt die Schule aus, dann ist das erst mal negativ. Und diese Erkenntnis ist ja schließlich auch was wert. Oder?

Norbert Trippl


Anmerkung der Webredaktion:

Die Schulleitung des FG erklärt (31.1.), von einem solchen Unterstufenpenneball keine Kenntnis zu haben.
Die Fasentparty der 7. Klassen im Jugendhaus ist eine seit langem durch die SMV geplante Veranstaltung.


 

Akzent ......die Wochenend-Kolumne.

Strafaktion mit Denk-Effekt

Viele haben den Kopf geschüttelt, als Lehrerschaft und Schulleitung kürzlich "das Urteil" sprachen: Die traditionelle Schulfasnet ist für dieses Jahr gestrichen am Fürstenberg-Gymnasium · als Quittung dafür, dass es beim Weihnachtsbasar wieder mal exzessive Alkohol-Entgleisungen gegeben hatte. Stattdessen dürfen alle Schüler an einem Nachmittag im März die Stunden nachsitzen, die am Schmutzigen Dunnschtig nun gänzlich unterrichts- und ball-los ausfallen werden. Eine durchaus diskussionswürdige Entscheidung: Kann kollektive Abstrafung das richtige Medikament gegen mangelnde Schülerdisziplin sein? Ist die neunstündige Unterrichts-Keule ein pädagogisch sinnvoller Fingerzeig an all jene Unterstufenschüler, die mit den Vorkommnissen nun wirklich nichts zu tun hatten, aber sämtlich drunter leiden sollen? Und kann es für das Gymnasium wirklich nützlich sein, noch eine weitere Traditionsveranstaltung aus der Schule zu komplimentieren, nachdem schon die früher stets im Schulgebäude veranstalteten Pennebälle längst in irgendwelche Hallen und Discos geflüchtet sind?
"Irgendwann muss man ein Zeichen setzen", hielt die Schulleitung dagegen. Dass sie zumindest in der Wirkung nicht ganz daneben gegriffen hat, wird jetzt allmählich deutlich. Denn noch bevor die Strafaktion tatsächlich greift, hat sie recht interessante Denk- und -Diskussionsprozesse in der Schülerschaft bewirkt.
Schon seit langer Zeit waren die Schulbälle und ähnliche Ereignisse ein chronischer Quell für hässliche Episoden: Besuchergruppen, die gezielt Veranstaltungen aufmischen, "starke Jungs" mit Durst bis zum Delirium und Drang zu weiteren "Genussstoffen", empörende Anmache nach Rambo-Manier: fast schon normales Beiwerk, wenn auch nicht immer offiziell bekannt geworden. Konnte man Schuldige ausfindig machen, so setzte es Konsequenzen, aber das war`s auch schon. Über punktuelle Ahndungen hinaus verpuffte die Wirkung.
Ganz anders jetzt. Wohl im Eindruck der kollektiven Strafwirkung wird in den Schulklassen seit Tagen so grundsätzlich debattiert wie kaum je zuvor: "Die Lehrer sollen sich raushalten", führt eine offenbar schwindende Fraktion von "Freiheitskämpfern" ihre Defensivschlacht gegen eine bereits deutlich mehrheitsfähig gewordene Gegenfrage: "Kann s das wirklich sein, dass einzelne Idioten den Ruf unser aller ramponieren?" Verhaltens-Ethik ist plötzlich zum interessierenden Schulstoff geworden. Und wer weiß, vielleicht kommt ja sogar ein selbstreinigendes Verantwortungsbewusstsein in Gang, das künftige Strafaktionen so überflüssig macht wie den neunstündigen Unterrichts-Unsinn für Fünftklässler?


Siebte Klassen
feiern eigene Party

Donaueschingen (sab) Jetzt steht auch der Termin fest: Nachdem der Fasnachtsball am Fürstenberg-Gymnasium dieses Jahr ausfällt, haben die Unterstufensprecher am Freitag, 16. Februar, für die 7. Klassen eine eigene Feier im Jugendhaus organisiert. Und zwar von 16 bis 20 Uhr. Der Eintritt beträgt drei Mark.

Dokumentation aus dem Südkurier  >31-1-01<      Lokalausgabe Donaueschingen

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