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Jugendliche träumen überall gleich
Neue Kontakte mit Polen

Vier polnische Lehrer besuchen Unterricht am Fürstenberg-Gymnasium

Donaueschingen (av). Die Englandreise kann zwar nicht stattfinden, dafür bahnen sich am Fürstenberg-Gymnasium aber Kontakte mit einem direkten europäischen Nachbarn an: Vier polnische Lehrer erkundeten in den vergangenen Tagen die deutsche Unterrichtslandschaft.

Vier Gast-Kollegen aus Polen (Vordere Reihe), zusammen mit
 Direktor Glunk , Hr. Schmiedeberg und Hr. Schell (dahinter, v.l.n.r.)
An der Wand das Gemälde des Schulbegründers Fürst Josef Wenzel zu Fürstenberg
                                                           (Foto: Kern)



»Ich war gespannt, wie hier unterrichtet wird, aber ich habe festgestellt, dass
ich es in Polen genau gleich mache«, so Monika Boczek, die Englischlehrerin an
einer gymnasialen Oberstufe ist. »Allerdings sind die Lehrbücher hier viel besser, von den Materialien und Hilfen die den Lehrern hier an die Hand gegeben werden, können wir nur träumen«, meint die 25-jährige. Die Schüler, die sie hier erlebt habe, hätten weitgehend die gleichen Interessen wie polnische Jugendliche. Zumindest die Träume der jungen Menschen, so die Pädagogin, seien über zehn Jahre nach dem Umbruch die gleichen wie die der deutschen jugendlichen, »nur können sich die deutschen Teenager deutlich mehr leisten«.

Monika Boczek und ihre Kollegen sind im Rahmen eines Projektes des polnischen Landkreises Lodz/Ost auf der Baar gelandet, bei dem 23 Lehrer der unterschiedlichsten Schularten Einblick in die Arbeitsweise verschiedener Schulen im gesamten Schwarzwald-Baar-Kreis bekommen. Seit geraumer Zeit laufen zwischen den beiden Kreisverwaltungen Gespräche über eine mögliche Kreispartnerschaft, die sich aber noch in der Schwebe befindet.

Im Juli vergangenen Jahres war bereits eine Schülergruppe aus der Nähe von Lodz am Donauschinger Gymnasium zu Besuch gewesen, und im Lehrerkollegium sprießen die ersten vorsichtigen Gedanken über den möglichen Ausbau eines solchen Austausches.

Studiendirektor Rüdiger Schell, der die polnischen Gäste betreut, gibt allerdings zu bedenken, dass über den Sinn eines solchen Programmes zunächst intensiv nachgedacht werden müsse, da schließlich keine Fachkraft in Sicht sei, die polnisch unterrichten könnte. So würde sich ein Austausch vermutlich eher auf eine Art Studienfahrt beschränken, da man »endlich Vorurteile gegenüber Polen abbauen muss«, so Schell.

Es werde in dieser Frage jedoch keinen »Schnellschuss« geben, sondern ein solches Projekt müsse von »einem breiten Rahmen getragen« werden, der am Fürstenberg-Gymnasium zunächst geschaffen werden müsse.

Andrea Vetter

Dokumentation aus dem Schwarzwälder Boten / Lokalredaktion Donaueschingen  / Datum: 22-3-01 

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