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 Konzepte zur friedlichen Konfliktlösung

Am Fürstenberg-Gymnasium werden Schüler zu Streitschlichtern ausgebildet

Donaueschingen (fs). Wo viele Leute zusammenkommen, sind Konflikte an der Tagesordnung. Wichtig ist es allerdings, diese einvernehmlich und gewaltfrei zu lösen. Ein interessantes Konzept zu solch friedlichen Konfliktlösungen wird zur Zeit am Fürstenberg-Gymnasium erprobt.

Wie die betreuende Lehrerin, Inge Plech, mitteilte, wurden im Rahmen der letzten Projektwoche erstmals Schüler des Fürstenberg-Gymnasiums zu Streitschlichtern, sogenannten Mediatoren, ausgebildet. Von den Jugendlichen, die damals teilnahmen, sind noch zwei, Martina Neininger und Carolin Ruthig, dabei. Zusammen mit vier anderen Jugendlichen aus den neunten und zehnten Klassen bilden sie nun eine Arbeitsgemeinschaft für Mediatoren am Fürstenberg-Gymnasium, die von Inge Plech betreut wird. Diese hatte selbst Fortbildungen besucht, um die Schüler überhaupt zu Streitschlichtern ausbilden zu können. Sie selbst sehe sich jedoch lediglich als Ansprechpartner bei Schwierigkeiten, das Hauptengagement liege ganz klar bei den beteiligten Schülern, die unter großem Einsatz für das Wohl ihrer Mitschüler arbeiten würden, so die Lehrerin.

Das Prinzip der Mediatoren stammt aus den USA. Aufgabe dieser Streitschlichter ist es, beide Parteien an einen Tisch zu bringen, für eine Aussprache zu sorgen und einen Kompromiß herbeizuführen. Hierfür werden die Schlichter besonders in aktiven Zuhörtechniken geschult, da es wichtig ist, dass sich die Schüler verstanden fühlen. Am Ende der Verhandlungen steht ein schriftlicher Vertrag, in dem beide Seiten den vereinbarten Kompromiß fixieren. Bei Vertragsbruch gibt es dann entweder Neuverhandlungen oder Sanktionen seitens der Schule.

Durch das Mediatoren-Prinzip sollen soziale Kompetenz und Eigenverantwortlichkeit der Schüler gestärkt werden.

Wichtig sei, so Plech, dass ein solches Konzept auch von Seiten der Lehrer mitgetragen werde, da es zum Beispiel hin und wieder nötig sei, die Mediatoren oder auch beteiligte Streithähne aus dem Unterricht freizustellen, damit die Probleme in aller Ruhe gelöst werden könnten. Wenn die Lehrer hierbei blockieren würden, könne das gesamte System nicht funktionieren.

Die Chancen auf einen reibungslosen Ablauf stehen jedoch günstig, da die Gesamtlehrerkonferenz im Vorfeld einer Versuchsphase zugestimmt habe.

Erste Erfolge habe es in der Zeit seit Beginn des Versuches auch schon gegeben. So sei es gelungen, eine Schülerin, die von ihren Klassenkameraden ausgeschlossen worden war, durch Gespräche wieder in die Gruppe zu integrieren.

Auch in der nächsten Zeit werden die Mediatoren in den großen Pausen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, um auf Antrag von Lehrern oder Schülern tätig zu werden. Vorraussichtlich sollen dann im nächsten Schuljahr weitere interessierte Schüler zu Mediatoren ausgebildet werden und das System langfristig am Gymnasium etabliert werden.

Dokumentation aus dem Schwarzwälder Boten / Lokalredaktion Donaueschingen  
 Datum:  28-06-01

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