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Stilmittel
grün angestrichen, amüsantes mit einem
Ausrufezeichen versehen, wichtige Stellen für das
Verständnis rot unterschlängelt und die
Ansichten des Herrn X durchweg mit schlichtem
Bleistiftgrau markiert. So oder so ähnlich
verfuhren Generationen von Schülern mit ihrem
Fontane, Lessing oder Shakespeare. Betonung
wohlgemerkt auf "Ihrem".
Denn nach dem Richterspruchs vom vergangenen
Dienstag ist die Tür offen, um aus dem
"Ihrem", ein "ihrer aller
Lernmaterialien" werden zu lassen. So ist in
Zukunft der Schulträger, das heißt die Kommunen,
dazu verpflichtet, für alle Lernmaterialien
aufzukommen, die den symbolischen Wert von einer
Mark übersteigen. Eine Umsetzung wird die Städte
teuer kommen. 60 Millionen Mark hat der Städtetag
errechnet.
Karl-Heinz Lehmann, Rektor der Eichendorffschule
findet klare Worte zum Richterspruch: Wenn Schüler
genügend Geld haben sich ein Handy zu kaufen, so
der Pädagoge, warum sollten sie dann nicht in das
ungleich preisgünstigere Reclam-Heftchen
investieren können! Manfred Glunk, Rektor des Fürstenberg
Gymnasium, schlägt mit seiner Meinung in die
gleiche Presche und hält den Richtern vor, eine
"Milchmädchenrechnung" aufzustellen.
Die Kommunen, dessen ist er sich sicher, werden
ihre Mehrkosten auf anderem Weg wieder
hereinholen. Auch schaffe man sich, so Glunk, mit
den preisgünstigen Bänden doch die Grundlage
einer eigenen Bibliothek an. Investiere also über
die Schulzeit hinaus.
Das Meinungsbild der Elternschaft ist geteilt.
Sabine Wagner, Vorsitzende des
Gesamtelternbeirats, schlägt mit ihrer Kritik den
Bogen zum Kultusministerium. Dieses, stellt sie
fest, solle in Zukunft mehr darauf achten, seine
Anforderungen auch erfüllbar zu gestalten.
Stundenvorgaben, so Wagner, stehen einem
notorischen Lehrermangel gegenüber. Ähnlich
seien die Lernmittelkosten nicht Problem der
Kommunen, sondern des Landes. Gebe dieses doch die
Literaturlisten vor. Folglich müsse das Land auch
die Kosten zur Anschaffung übernehmen. Bernhard
Vondenbusch, Elternratsvorsitzende des Fürstenberggymnasiums,
gibt sich dagegen abwartend. Er will die
politische Entwicklung des richterlichen Signals
erst abwarten. Immerhin, so Vondenbusch, sei das
Urteil noch keine Woche alt. Sicher ist er sich
indessen darüber, dass man die Sache im größeren
Verbund, das heißt mit dem Gesamtelternbeirat
oder gar auf Landesebene angehen müsse. Einen
Alleingang des Fürstenberggymnasiums schließt er
aus. Auf der nächsten Schulkonferenz will er das
Thema ansprechen. Nachdenklicher gibt sich seine
Stellvertreterin, Ines Krech. Sie gibt sie zu
bedenken: Bei kinderreichen oder sozial schwächeren
Familien könnten sich die Ausgaben schon
zusammenläppern.
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