Prächtiges Jubiläumskonzert
des MGV
Experiment mit
Mercedes-Autohaus als Konzertsaal vollauf geglückt - Enormer
Andrang

Foto: Kern
Der Donaueschinger MGV
Allmendshofen hat am Samstagabend im Beisein von fast 800
Konzertgästen ein prachtvolles Jubiläumskonzert erlebt. Der
rührige Verein, der heuer seinen 125. Geburtstag erlebt,
landete schon bei der Auswahl des Konzertsaals einen
Volltreffer: Das Experiment, einen derart festlichen Abend in
einem Schauraum eines Autohauses zu veranstalten, hat offenbar
neugierig gemacht. Der Saal platzte aus allen Nähten - vor
vollen Rängen dirigierte Hubert Stinner die Chöre und zwei
Orchester von einem Höhepunkt zum anderen.
Wo soll man zuerst beginnen? Vielleicht beim musikalischen Höhepunkt
des Abends - der "Walpurgisnacht" von
Mendelssohn-Bartholdy. An die dreihundert Sänger werden es
gewesen sein, die sich mit vier trefflich eingestimmten
Solisten (Hubert Mayer, Mikhail Shashkov, Mikhail Nikiforov,
Bettina Köhler) hier zu einem Klangkörper arrangiert hatten,
der dem höchst anspuchsvollen Grundcharakter dieses Stückes
vollauf gerecht wurde. Berechtigt starken Beifall ernteten Sänger
und Orchestermitglieder von den Rängen.
Zweiter Höhepunkt des Abends war - rein optisch und sehr
lieblich - der Auftritt der Nachwuchssänger von MGV und Fürstenberg-Gymnasium.
Unter der Regie von Susanne Stinner und gemeinsam mit dem
neuen Schulorchester des Fürstenberg-Gymnasiums mit Sabine
Derdus ging die "Seefahrt nach Rio" in einer Art und
Weise über die Bühne, die in dieser Form einfach in die
Mitte der Herzen des Publikums traf. Schöne Geste auf dem
Dirigentenpult: Hubert Stinner übergab zum zweiten Teil
dieses Abschnitts den Taktstock an Sabine Derdus, sollte heißen:
Die "Seereise" nach Rio hatte gleich zwei Kapitäne.
Für den dritten Höhepunkt am Samstag sorgten das
Vocalensemble Schwarzwald-Baar, die Chorjugend Allmendshofen
und der Schulchor des Fürstenberg-Gymnasiums. Die
schwungvollen Sequenzen aus dem Webber-Musical
"Joseph" brachte die Zuschauer-Menge in Bewegung: da
wurde gewippt, gelächelt, mit der Zunge geschnalzt - ganz
klar: Das kam beim Publikum gut an und hat gefallen - von der
ersten Reihe, wo zahlreiche Repräsentanten des öffentlichen
Lebens Platz gefunden hatten - bis zum letzten Platz in dem
wirklich proppenvollen Show-Room.
Und dann war da der Kammerchor: Er sang anspruchsvolle
A-capella-Stücke von Schumann und bereicherte das
Abendprogramm auf sehr belebende Art und Weise. Und dann waren
da noch die Orchester. Bühnen-Premiere hatte zum einen das
neue Schulorchester des Fürstenberg-Gymnasiums unter der
Leitung von Sabine Derdus. Das zweite Ensemble war ein
Experiment, das ebenfalls als geglückt bezeichnet werden
darf: Musiker aus ganz Südbaden saßen hier zusammen und
gaben den Takt vor. Dass dieses Wagnis gelingen konnte, dafür
sorgte ein Höchstmaß an Qualität bei den Beteiligten.
Der Abend bot aber noch viel mehr: Zum Beispiel das berühmte
"Zigeunerleben" , den Chor aus dem "Freischütz",
um nur Einiges zu nennen. Denn: Das Programm, das der MGV
seinen Gästen präsentierte, es war wirklich abendfüllend.
Um 20.15 Uhr ging s tatsächlich los - um 21.30 Uhr war Pause
und kurz nach halbzwölf Feierabend. Alles zusammen zu lang
und zu viel? Man kann über diese Frage debattieren.
Diejenigen, die dabei gewesen sind, spendierten anhaltenden
Beifall bis zum Schluss - und das ist Antwort genug! art |