Badische Zeitung Online


Baaremer von Japan begeistert


Sportler kehrten mit gutem Erfolg und vielen Eindrücken aus Kaminoyama zurück

Donaueschingen (h) Mit einmaligen Eindrücken kehrten die drei Donaueschinger Sportler Moritz Leber, Elisabeth Mayer und Ottmar Heiler vom Besuch der Partnerstadt Kaminoyama zurück. Überwältigt einerseits vom Land Japan mit der in vielen Bereichen andersartigen Kultur und Geschichte, andererseits von der überaus herzlichen Gastfreundschaft wird die Reise in das über 10000 Kilometer entfernte Ziel bei den zwei Schülern und dem Lehrer des Fürstenberg-Gymnasiums unvergessliche Erinnerungen zurücklassen.
Die sportliche Auseinandersetzung mit Japans besten Langstreckenläufern war ein willkommener Anlass, den seit vielen Jahren bestehenden Kontakt weiterhin zu pflegen. Durch die Kontakte zur Stadtverwaltung und Bevölkerung, insbesondere zu den Gastfamilien ergaben sich viele Möglichkeiten, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Städten zu vertiefen.
Erleichtert wurde der "Einstieg" in die fremde Kultur dadurch, dass bereits eine Schülerdelegation aus Kaminoyama zwei Wochen in der Baarstadt weilte, und dort die ersten Bekanntschaften geknüpft wurden. Mit dieser 9- köpfigen Gruppe, die von einem Mitarbeiter der japanischen Stadtverwaltung offiziell geleitet wurde, startete dann der Flug in Zürich. 
Nach der überaus herzlichen Begrüßung der Heimkehrer sowie des Donaueschinger Trios im zum Festsaal auserkorenen Bahnhofsgebäude von Kaminoyama und ersten Kontakten in den Gastfamilien stand der Empfang im Rathaus als einer der Höhepunkte der Tour an. In hohem Maße freundlich und höflich gestaltete sich dabei das Gespräch mit Bürgermeister Abe. Ein persönliches Schreiben sowie Grußworte von Donaueschingens OB Everke wurde zusammen mit Geschenken aus der Baar überbracht. Abe freute sich, dass durch den Schüleraustausch und den Besuch der Sportdelegation die Kontakte erweitert würden. Eine Stadtführung durch Kaminoyama rundete den ersten Teil des Besuchs ab.
Nach der Station in der schwül-heißen Stadt war ein dreitägiger Aufenthalt im Lodge auf dem Berg Zao die nächste Etappe. Die kleinen Holzhäuser lagen direkt oberhalb der Rennstrecke, auf der der Zao-Bodeira-International-Cross-Country-Lauf ausgetragen wurde. Dort waren auch die Delegationen aus China, Taipeh, Hongkong und Macau untergebracht, die ihre besten Läufer mitgebracht hatten. Ausgerechnet in der Nacht zum Wettkampftag hin regnete es in tropischen Dimensionen, und der Untergrund machte den Wettkampf zu einer Schlammschlacht. Elisabeth Mayer hatte auf der vier Kilometer langen Schleife sich mit den besten asiatischen Läuferinnen auseinander zu setzen, von denen einige sogar als Profis beim Laufen ihr Geld verdienten. Als 34. konnte sie sich mit einer engagierten Laufleistung auszeichnen. 
Moritz Leber, der in einem Elitefeld von 135 Läufern antreten musste, lag gar nach den ersten eineinhalb Runden im Stadion noch in der Fünfer-Spitzengruppe, ehe es auf den zweimal zu durchlaufenden Berg-Tal-Kurs ging. Zur Freude der sicher über Tausend Zuschauer lief er völlig entkräftet als 39. mit einer Zeit von 31,05 Minuten ins Ziel. Fast 2000 Läufer vorwiegend aus dem Schüler- und Jugendbereich stilisierten den Wettkampf zu einer imposanten sportlichen Großveranstaltung. 
Beim Festbankett und bei Abschiedpartys wurde mit dem Besuch aus Deutschland noch ausgiebig gefeiert.




Kaminoyama - schwül und japanisch herzlich 

Erfolgreiche Donaueschinger Teilnehmer bei internationalem Crosslauf / Von Land und Leuten überwältigt 


Donaueschingen. Vom 8. bis zum 15. August besuchte eine sportliche Delegation um Betreuer Otmar Heiler Kaminoyama. Anlass war der seit vier Jahren stattfindende "Zao Bodaira International Country-Cross". Elisabeth Mayer und Moritz Leber, beide Schüler am Fürstenberg-Gymnasium, schnitten bei diesem stark besetzten Geländelauf äußerst erfolgreich ab.


"Der Abschied ging ganz schön ans Gemüse", so Otmar Heilers Fazit des einwöchigen Besuchs in Donaueschingens Partnerstadt. Was er damit meinte: Die Gastfreundschaft, die ihm und seinen beiden Schützlingen in Japan entgegengebracht wurde, sei "für jemanden, der noch nicht selber dort war", schlicht unglaublich gewesen. Als sie ins Land des Lächelns aufgebrochen waren, hatten sich mit ihnen auch neun junge Japaner von Donaueschingen verabschiedet. Diese hatten zuvor im Zuge des regelmäßigen Schüleraustauschs der Partnerstädte ein paar erlebnisreiche Tage in Europa verbracht. Heiler gestand eine gewisse Erleichterung ob dieser Tatsache, gab die einheimische Begleitung den Baaremern im babylonischen Ankunftsort Tokyo doch etwas Sicherheit. 

Anfangs machten der lange Flug, die Zeitverschiebung und das extrem schwüle Klima sich negativ bemerkbar, doch viel Zeit konnte auf die Aklimatisierung nicht verwendet werden. Denn bereits am dritten Tag des Besuchs war der Start für den Cross-Lauf angesetzt, und bis dahin waren ein paar intensive Trainingseinheiten laut Heiler noch "bitter nötig". Diese scheinen gefruchtet zu haben. Die beiden Läufer, mit denen Heiler bereits in der LG Baar erfolgreich zusammenarbeitet, schnitten in den Zao-Bergen nämlich mehr als achtbar ab: Leber konnte sich mit dem 39. Platz im vorderen Drittel seiner 150 Läufer starken Wertung platzieren, Mayer wurde 34. - in einem hochkarätigen Feld, in dem auch chinesische Meister nicht fehlten.

Insgesamt nahmen an dem internationalen Event rund 2000 Läuferinnen und Läufer, fast ausschließlich asiatischer Herkunft, teil. Die Donaueschinger Sportler sorgten für ein wenig globales Flair, indem sie die einzigen europäischen Teilnehmer stellten. Heiler, neben seiner Tätigkeit als Oberstudienrat am Fürstenberg-Gymnasium in der hiesigen Sportszene selbst des öfteren mit organisatorischen Aufgaben betraut, zollte den japanischen Gastgebern tiefen Respekt vor der "extrem guten Organisation", die dieses Großereignis in Kaminoyama begleitete. 

Abseits der sportlichen Begegnung standen neben Ausflügen zum Jamadeyra-Tempel und zum nahegelegenen Vulkansee auch zahlreiche Empfänge auf dem Programm, unter anderem mit dem Präsidenten der Deutsch-Japanischen Gesellschaft und mit Kaminoyamas Bürgermeister Abe.

Am siebten Tag schließlich ging's zurück nach Tokyo, wo vor dem Abflug noch die Besichtigung des Fischmarkts geplant war. Dass aufgrund eines Feiertages nur Geruchsimpressionen von demselben zu erhaschen waren, tat dem grandiosen Gesamteindruck keinen Abbruch. Der Abschied - er ging dennoch "ans Gemüse".


Von Markus Wanzeck 


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Dokumentation aus der Badischen Zeitung > Datum<  Lokalausgabe Donaueschingen