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Keine Schüler aus Geisingen 



Donaueschingen/Tuttlingen (sb). Das Donaueschinger Fürstenberggymnasium muss keine Schüler aus Geisingen und Seitingen-Oberflacht aufnehmen. Das Stuttgarter Kultusministerium hat jetzt entschieden, dass 15 Schüler aus den beiden Ortschaften, die ursprünglich in den Gymnasien in Donaueschingen und Trossingen unterrichtet werden sollten, nun doch nach Tuttlingen kommen können. Lesen Sie dazu auch einen Ausführlichen Bericht auf der Seite Geisingen in dieser Ausgabe. 


Geisinger Fünftklässler dürfen 
jetzt doch nach Tuttlingen 


Starke Proteste fruchten: Kultusministerium gibt nach 


Geisingen/Tuttlingen · Der Protest hat nun doch noch genutzt: Fast hatten sich die betroffenen Eltern schon damit abgefunden, dass die künftigen Geisinger Fünftklässler mit Gymnasialempfehlung nicht nach Tuttlingen, sondern nach Donaueschingen wechseln werden. Doch jetzt lenkt das Kultusministerium ein. Das Tuttlinger Gymnasium wird alle Kinder aus Geisingen aufnehmen. 

VON SÜDKURIER-MITARBEITER PAUL HAUG 




Hohe Wogen schlug die Ablehnung der künftigen Gymnasiasten aus dem Raum Geisingen durch das Immanuel-Kant-Gymnasium in Tuttlingen vor rund sieben Wochen. Die Viertklässler wurden vom Gymnasium an das in Donaueschingen verwiesen. Dabei handelte die Schulverwaltung streng nach dem Schulgesetz. Danach sind die Schulen angewiesen, sogenannte Klassenausgleichsmaßnahmen durchzuführen, wenn einerseits der Klassenteiler erreicht ist, andererseits andere Gymnasien in zumutbarer Umgebung erreichbar sind. 
Betroffen waren durch diese Regelung sieben Schülern aus Geisingen sowie weitere aus Seitingen-Oberflacht. Gerade in Geisingen war man über die Ablehnungsschreiben alles andere als glücklich, wurden doch einige Jahre zuvor Schüler von Donaueschingen abgelehnt und nach Tuttlingen verwiesen mit der Begründung, dass man in Donaueschingen voll belegt sei, und Geisingen ja zum Landkreis Tuttlingen gehöre. 
Nunmehr erhielten die Eltern der Geisinger aber auch der Seitinger Schüler eine erfreuliche Nachricht, dass diese nun doch am IKG in Tuttlingen ihren Unterricht beginnen können. "Mit dieser Nachricht hat niemand mehr gerechnet", betont die Mutter eines betroffenen Schülers. Nach dem Bekanntwerden der Ablehnungen durch das IKG in Tuttlingen wurden die Abgeordneten und die Schulverwaltung durch Eltern und auch durch die politischen Gemeinden informiert. So hat Bürgermeister Hans Sorg seinem Ärger in einem Beschwerdebrief an das Schulamt freien Lauf gelassen. 
All die Proteste, die auch von Seitingen-Oberflacht auf das Schulamt einregneten, haben nun Kultusministerin Annette Schavan zum Einlenken bewogen, zumal es sich in Geisingen noch um einige sogenannte Härtefälle handelte, bei denen bereits Geschwister in Tuttlingen das Gymnasium besuchen. Der Leiter des IKG, Volker Badstübner, bedauerte damals, die Schüler aus Geisingen ablehnen zu müssen. Ihm blieb aber keine andere Wahl, da ihm das Schulgesetz und weitere Verordnungen dies verbindlich vorgegeben haben. 
Eigentlich hatten sich die Eltern schon fast damit abgefunden, dass die Ablehnung endgültig sei. Jetzt teilte Badstübner mit, dass das Ministerium entschieden habe, die Schüler doch am IKG aufzunehmen. Dort kam hinzu, dass zwei Schüler den G-8-Kurs am OHG belegen. 98 Schüler sind am IKG in drei Klassen aufgeteilt. Bei der Entscheidung des Ministeriums haben über die gesetzlichen Grundlagen hinaus offenbar auch die Kreiszugehörigkeit, persönliche Bindungen und Arbeitsplatzverhalten eine Rolle gespielt. 



Danke für die Hilfe 

Zum Streit, an welches Gymnasiums Geisingens Viertklässler wechseln sollen: 



Leserbriefe sollten nicht allein dazu dienen, Missstände anzuprangern und sich zu beschweren, sondern man kann auf diese Weise auch einmal öffentlich Dankeschön sagen, wenn jemand einem geholfen hat. Nachdem ich mich vor kurzer Zeit darüber aufgeregt habe, dass das Oberschulamt Freiburg unsere Geisinger Kinder an das Gymnasium nach Donaueschingen "vertreiben" wollte, sage ich heute ein großes Danke an alle, die sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mittel für unsere Kinder eingesetzt haben und auf diese Weise doch noch unserem Elternwunsch realisieren halfen. Es tut gut, zu wissen, dass die Demokratie doch existiert und funktioniert und wir Eltern nicht nur als Wähler erwünscht sind, sondern auch in unseren Wünschen und Nöten ernst genommen werden. Vielen Dank! 

Detlev Golka 


Dokumentation aus dem Südkurier  > 19-06 -01<      Lokalausgabe Donaueschingen

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