Geradlinigkeit
kennzeichnet seinen Lebensweg
Manfred Glunk als
Rektor des Fürstenberg-Gymnasiums verabschiedet
Fairness hervorgehoben
Donaueschingen. Herzliche und offene Worte begleiteten den scheidenden Rektor des Donaueschinger FürstenbergGymnasiums, Manfred Glunk, bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand gestern Morgen in der Schulaula, den er mit Ablauf des Schuljahres antritt. Dabei kennzeichneten ihn alle Redner als einen geradlinigen und offenen Mann, zwar mit Ecken und Kanten, jedoch stets fair im Umgang mit seinen Mitmenschen.

Oberstudiendirektor
Manfred Glunk bedankt sich in seiner Rede vor
zahlreichen Gästen und dem Lehrerkollegium in der Aula
des FG.
Foto: Kern (ergänzt)
Die etwas nüchterne Atmosphäre der Aula des Gymnasiums passte ganz gut zur Verabschiedung jenes Mannes, der selten Wert auf große Auftritte gelegt hatte und sich in Sachen Vordergrund eher der alemannischen Lebensweisheit verpflichtet sah: »Nint mache, man des putzt's!« Dahinter aber steht ein Mann, der seinen Weg unbeirrt gegangen ist und nunmehr von der Pensionskasse sein Kärtchen mit der Aufschrift »Versorgungsempfänger« erhalten hat. Ein Begriff, an den er sich erst noch gewöhnen müsse, wie Konrektor Hans-Jürgen Martin bei seiner
Begrüßung feststellte.
Zwischen HAP Grieshaber und Albrecht Dürer ordnete die Präsidentin des Oberschulamtes Freiburg, Rosemarie Stürmlinger, den künftigen Pensionär ein. In dieser Reihe, weil beide Meister des Holzschnittes waren und bei Manfred Glunk eben jene klaren und starken Linien wie in einem- Schnitt aus knorrigem Holz zu erkennen waren und sind. Sie zeichnete den markanten Weg des Neudingers auf, der bezeichnenderweise im damaligen Donaueschinger Krankenhaus, der heutigen Lehrerakademie,
geboren worden war, mit Humor und Feingefühl, den
Wesenskern des Alemannen Glunk offenkundig verstehend. Die Präsidentin wies aber auch auf die zahlreichen Tätigkeiten neben dem Rektorenamt hin, angefangen bei Personalrat, über den Philologenverband bis hin zur Prüfungskommission im staatlichen Seminar für Schulpädagogik.
Ein sichtlich erfreuter Manfred Glunk behielt es sich vor, neben den offiziellen Festgästen auch einige persönliche Freunde zu begrüßen, so seinen ersten Abiturienten Wolf Schwarzwälder oder auch seine ehemalige Sekretärin Edeltraud Naumann und Hausmeister
Broghammer, den Erfinder des »Lanzens«. Qualitätsmerkmal eines Schulleiters sei es, so zu bleiben wie man ist. Er habe selber stets als Chance empfunden, von jungen Menschen umgeben zu sein und sich so den Schwung zu erhalten. »Ich habe nie taktiert und versucht, Lehrer oder Schüler gegeneinander auszutricksen«, charakterisierte Glunk sein Handeln, um danach Einblicke in seine Gefühlswelt zu geben, als er von tiefer Traurigkeit sprach, wenn Referendare mit dem Zeugnis ob der zeitweiligen Chancenlosigkeit im Lehramt, quasi auch gleichzeitig die Entlassungsurkunde
überreicht wurde.
Sein Dank galt den ihm nahestehenden Personen, allen voran der Frau an seiner Seite, und jenen, mit denen er in den 22 Jahren am Fürstenberg-Gymnasium beruflich enge Kontakte hatte. Nicht zuletzt richtete er einen Dank an den Chefarzt des Oberndorfer Krankenhauses, der dafür gesorgt habe, das er nach seiner schweren Erkrankung im November gestern nun diesen Abschied nehmen durfte. Sein Kollegium bat Manfred Glunk um Verzeihung* für raue Worte, allerdings habe er zwischenzeitlich auch alle vergessen.
Auch Schüler stets als Partner gesehen
Grußworte beim offiziellen Festakt / Lang-Zeichnung als Elterngeschenk
Donaueschingen (asti). Den musikalischen Rahmen der Verabschiedung von Manfred Glunk bildeten die Schülerinnen und Schüler des Schulchores, der Bigband, und der 5. Klasse beim Glockenspiel.
Sechs Grußredner würdigten die offenen Art des Rektors, allen voran Oberbürgermeister Bernhard Everke, der das stets gute Einvernehmen hervor hob. Dies habe sich in klugem Abwägen ausgedrückt und in Millioneninvestitionen in die Schule niedergeschlagen. Der OB zollte dem Lehramt Respekt, dass mit zunehmender Verlagerung von Erziehungsaufgaben in die Schulen nicht leichter werde. Manfred Glunk charakterisierte Everke als Garanten für den Wissens- und Werteaufbau bei jungen Menschen.
Personalratsvertreter Wolfgang Menz wusste davon zu berichten, dass Manfred Glunk mit 22 Jahren der zweit dienstälteste Rektor in der rund 220 Jahre alten Geschichte der Lehranstalt ist. Von den nunmehr 74 Lehrkräften waren 37 bei der feierlichen Amtseinführung 1979 im Sternensaal dabei und die wüssten um die Konfliktfreudigkeit des Rektors aber auch um seine gewinnende und zuweilen charmante Art.
Fairer Umgang wurde dem künftigen Pensionär auch von Vertretern der Schülermitverwaltung bescheinigt. Glunk habe sie nie wie Untergebene, sondern stets wie Partner behandelt.
Elternbeiratsvorsitzender Bernhard Vondenbusch erfüllte Glunk einen Herzenswunsch, als er ihm eine Charakterstudie des Donaueschinger Malers Hans Lang überreichte. Zuvor hatte der Elternvertreter die stets demokratische Entscheidungsfindung im Zusammenwirken gewürdigt und bat den neuen Mann, Rudolf Strasser, diesen Weg weiter fortzuführen.
Der Leiter des staatlichen Seminars für Schulpädagogik, Manfred Schnopp wertete das Fürstenberg-Gymnasium als wertvollen Standort in der Lehrerausbildung. Bei Manfred Glunk sieht er keinen Unterschied zwischen Schulleiter und Mensch. Das Spektrum reiche bei ihm von starker Autorität bis zu väterlicher Fürsorge.
Letzter in der Reihe der Grußredner war der geschäftsführende Rektor der Donaueschinger Schulen, Manfred Kuch, der Dank und Würdigung in Versform vortrug.
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