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Manfred Glunk sieht Chancen für einen besseren und veränderten Unterricht


Donaueschingen (fs/sb). Nach den Plänen der Landesregierung soll die Schulzeit an den Baden-Württembergischen Gymnasien von bisher neun auf acht Jahre verkürzt werden. Direktor Manfred Glunk äußerte seine Standpunkte zu dem Thema.
Glunk betonte zunächst, dass er persönlich die Schulzeitverkürzung sehr befürworte. Die Änderung sei "schon lange überfällig" gewesen. Bisher seien die Schulzeiten im internationalen Vergleich zu lang gewesen, und in den Lehrplänen, die nun gekürzt werden müssten, habe sich auch "viel Leerlauf" befunden. Eine Überarbeitung sei hier also dringend notwendig.

Bedenken, dass das Abitur schwerer zu erreichen sein wird, oder dass die Belastungen für die Pädagogen steigen, hat Glunk nicht. Man müsse eben die Lehrpläne entrümpeln und nur das Wesentliche beibehalten. Goethes "Faust" müsse zwar ebenso weiterhin gelehrt werden wie auch gewisse Themen aus Geschichte und Mathe, die Manfred Glunk als Beispiele anführte. Man sollte sich also durchaus darum bemühen, weiterhin das essentielle Grundwissen zu vermitteln. Spezialkenntnisse sollten sich die Schüler jedoch mehr als bisher an den Universitäten aneignen.

In der nötigen Novellierung des Lehrplans sieht Glunk eine große Chance für die allgemein bildenden Gymnasien. Man müsse nun anders arbeiten und eine Veränderung der bisherigen Gewohnheiten würde meist zum Überdenken des Bestehenden führen. Dies sei nie ein Schaden, wie er in seinen 40 Berufsjahren gemerkt habe.
Den geplanten Ausbau der Parkplätze befürwortet Glunk trotz des zu erwartenden Rückgangs an Autos, der durch das jüngere Abgangsalter der Schüler und die damit verminderte Anreise mit eigenen Pkw hervorgerufen werden wird. Es habe ohnehin immer ein Mangel an Abstellmöglichkeiten bestanden. Da die Parkplätze auch von Besuchern der Baar-Sport-Halle genutzt würden, sei der Ausbau auch allein schon deswegen nötig. Auch die Erweiterung des Schulgebäudes werde bei Einführung des achtjährigen Abiturs nicht plötzlich zu leeren Räumen führen. Die freiwerdenden Zimmer würden im Gegenteil überhaupt erst eine wirklich sinnvolle Aufteilung der Klassen ermöglichen.

Dieses Jahr werden sich rund 5000 Schülerinnen und Schüler im Oberschulamtsbereich Freiburg an den allgemein bildenden Schulen den Abiturprüfungen stellen. Nach der Statistik der Prüfungsfächer liegt an den Gymnasien wieder der Leistungskurs Englisch an erster Stelle auf der Beliebtheitsskala der Schüler (40,2 Prozent), gefolgt von Mathematik und Deutsch. 93,3 Prozent aller Abiturientinnen und Abiturienten werden im Fach Mathematik eine schriftliche Prüfungsklausur schreiben, davon ein gutes Drittel auf Leistungskursniveau.

Zum ersten Mal werden in diesem Jahr Schülerinnen und Schüler im Leistungskurs und Grundkurs Italienisch in die Prüfung gehen. Damit konnten für diese Abiturprüfung alle wichtigsten europäischen Fremdsprachen für das Abitur vorbereitet werden. Mit dem Fach Ethik steht ein weiteres Fach aus dem gesellschaftswissenschaftlichen Kanon neu zur Wahl.

Dokumentation aus dem Schwarzwälder Boten / Lokalredaktion Donaueschingen  
 Datum:  23-4-01

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