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»Das Recht auf Leben
ist das Allerheiligste«
Hitlerjunge Salomon referierte im Fürstenberg-Gymnasium
Von Christian Schlegel
Donaueschingen. Nun sind es schon mehr als 50 Jahre - doch die Wunden sitzen Immer noch tief bei Sally Perel, dem »Hitlerjungen Salomon«. Durch sein Buch und den Film weltbekannt, referierte der heute 75-jährige Zeitzeuge im Gymnasium über eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte: Den Holocaust.

Grausame Erinnerungen an das Los des
"Hitlerjungen Salomon": Sally Perel bei seinem Vortrag
im Fürstenberg-Gymnasium
(Foto: Kern)
»Andauernd höre ich die Schreie dieser Kinder aus der Asche«, schildert Sally Perel den sichtlich bewegten Gymnasiasten. Die Rede war von dem geplanten Massenmord an den Juden in der
Nazi-Zeit. Der Jude Sally Perel entkam und das in der Haut des Feindes - als Josef Perjell. Er hätte den Schülern ewig weiter erzählen können von den unbegreiflichen Dingen, die er als Kind und Jugendlicher am eigenen Leib hatte erleben müssen. Sally war nämlich noch ein Kind, als die Nazis 1933 an die Macht kamen. Das unbeschwerte Leben des Jungen änderte sich damals schlagartig. Die Familie flüchtete vor dem Terror-Regime immer weiter nach Osten. In Lodz, Polen
,war die gemeinsame Reise allerdings zu Ende. Als die Nazis in Polen eingedrungen waren, musste sich die Familie trennen. »Vergiss nie, wer du bist«, so hatte der Vater damals gesagt. Die letzten Worte seiner Mutter hatte er nie vergessen: »Du musst überleben«.
Der junge Sally flüchtete dann nach Russland, doch die Nazis folgten schon wenig später. Als er gestellt wurde, antwortete Perel zur Wehrmacht geistesgegenwärtig: »Ich bin Josef, Volksdeutscher«. Die Wehrmacht glaubte ihm. Sally wurde dann zu Jupp, wie er bis heute
hin und wieder genannt wird. Sally durfte als Hitlerjugend-Schüler in Braunschweig seinen
Ängsten allerdings nicht freien Lauf lassen - die Angst erkannt zu werden und der tiefe Wille zu überleben, hielten ihn aufrecht. »Das Recht auf Leben ist das Allerheiligste«, antwortet Perel all denjenigen, die ihm unmoralisches Handeln vorhalten.
»Wahrer Mensch ist, wer den Feind kennt und versucht ihn zu verstehen«, führt der 75-Jährige aus. Schuld sei nicht übertragbar, doch sei man verantwortlich wenn es wieder passiert. Mit einem Aufruf entließ Perel die Gymnasiasten: »Auch ihr müsst es der nächsten Generation überliefern - gegen das Vergessen.«
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