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Rotstift bei Arbeitsgemeinschaften angesetzt
Sogenannter Ergänzungsbereich am Fürstenberg-Gymnasium stark zusammen gestrichen / Ausnahme: Naturwissenschaften
DONAUESCHINGEN (ebw). Das Fürstenberg-Gymnasium stutzt rigoros sein Angebot im sogenannten Ergänzungsbereich zusammen. Zum neuen Schuljahr wird jede zweite Arbeitsgemeinschaft aus dem Programm der Schule gestrichen. Schulleiter Manfred Glunk rechtfertigt diesen Schritt mit einem Verweis auf Freiburg. Das dortige Oberschulamt habe genaue Vorgaben gemacht, wieviel freiwillige Fächer eine Schule noch anbieten dürfe. Diese Vorgabe werde genau kontrolliert. Schon im laufenden Schuljahr mussten zwei Arbeitsgemeinschaften auf Weisung des Oberschulamts kurzfristig abgebrochen werden.
Besonders hart trifft die neue Linie zwei Schüler, die auf freiwilliger Basis ihr Latinum machen wollen. Zu Beginn
des Schuljahres hatten sich zehn Neuntklässler des mathematisch-naturwissenschaftlichen Zuges für den freiwilligen Lateinkurs gemeldet. In den beiden kommenden Schuljahren sollte es weitergehen, doch schon jetzt sind acht Schüler wegen des hohen Arbeitsaufwands - immerhin drei bis vier Wochenstunden - abgesprungen. Und es sieht ganz danach aus, als wären auch die beiden letzten Getreuen am Ende ihres Lateins - allerdings unfreiwillig: Oberstudiendirektor Glunk beschied das Aus für die Lateinklasse: Für zwei Schüler können wir das nicht machen."
Für Glunk ist die fakultative Lateinklasse "ein Luxus". Schließlich stehe es jedem Schüler frei, sich nach der achten Klasse für den sprachlichen Zug und damit für Latein als ordentliches
Lehrfach zu entscheiden. Für die beiden Betroffenen ist das Direktoren-Machtwort dennoch bitter. Sie waren davon ausgegangen, nach drei Jahren Latein fakultativ die Latinumsprüfung ablegen zu können. Daraus wird nun nichts. Eine Alternative bleibt den Schülern nicht. Sie haben ein Jahr umsonst gepaukt.
Dabei weiß auch Glunk: "Latein hat eine Grundfunktion." Deshalb habe er so lange wie möglich am fakultativen Latein festgehalten. Zwar ist das Latinum nicht mehr für Medizin oder Jura, wohl aber für fast alle Sprach- und geisteswissenschaftlichen Studienfächer eine Grundvoraussetzung. Doch vielleicht versteckt sich hinter der Abwicklung der Latein-AG auch eine grundsätzliche Neu-Orientierung der Schule. Das vormalige humanistische Fürstenberg-Gymnasium setzt augenscheinlich auf eine naturwissenschaftliche und technische Profilierung. Arbeitsgemeinschaften wie der Tierschutz-AG, der Theater-AG oder der Italienisch-AG hat Glunk die Rote Karte gezeigt. Weiter machen dürfen hingegen das
Physik- und Chemie-Praktikum, die Berufsorientierung und die Arbeitsgemeinschaft moderne Medien. Nur Musiklehrer Hubert Stinner führt seinen erfolgreichen Chor weiter, außerdem soll das Fürstenberg-Gymnasium endlich ein eigenes Orchester erhalten. Von einer Umorientierung möchte Schulleiter Glunk allerdings nichts wissen: "Was die Schülerzahlen betrifft, ist der sprachliche Zweig genauso stark wie der naturwissenschaftliche."
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