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Fundsachen

Geld-Recycling,
Marke Gymnasium

Im Mittelalter versuchten sie Gold aus Eisen zu machen · und scheiterten kläglich damit. Eine moderne, wesentlich erfolgreichere Weiterentwicklung des Experiments ist jetzt am Donaueschinger Fürstenberg-Gymnasium gelungen. Dort wird Münzmetall direkt und ohne Transformationsverlust in Plastik verwandelt.
Und das funktioniert ganz einfach. Im Aufenthaltsraum der Schule steht ein Getränkeautomat, der den Schülern ein bescheidenes Stück Umweltbewusstsein und Ordnungssinn abverlangt: Er spuckt seine Becher nur gegen Pfand aus, damit die leeren Plastikgefäße hinterher nicht in der Hecke und auf der Straße landen. Der große kostet 50 Pfennige, der kleine 30 Pfennige, und erst bei der Rückgabe des geleerten Bechers in den Maschinenschlund rückt der Automat diese "Kaution" wieder heraus.

Zehn Sekunden Arbeit für 50 Pfennige, entspricht 180 Mark "Stundenlohn" · ein lohnender Handgriff, sollte man meinen. Umso mehr darf man staunen, wie die Alltagspraxis ausschaut. Leere Becher liegen im Schulhof, im Abfalleimer, im Aufenthaltsraum am Boden und manche sind direkt auf dem Automaten abgestellt; an manchen Tagen sind es mehr, an anderen weniger. Und schon schließt sich der "Recycling-Kreislauf": 50 harte Pfennige konsequent in Plastik verwandelt!
Den Jugend-forscht-Preis 2000 wird die Erfindung wohl nicht gewinnen, gute Chancen hätte sie aber auf die "goldene Zitrone" als besonders schlechtes Vorbild für die Donaueschinger Aktion "Schöne Stadt". Wenn es da nicht ein paar Spielverderber im Schülerkreis gäbe. Die sammeln die verschmähten Pfandbringer rücksichtslos ein, füttern den Automaten und bessern so ihr Taschengeld auf. Kein Sinn für Transformations-Experimente eben.

Klaus Dangel


Dokumentation aus dem Südkurier  >11-10-00<      Lokalausgabe Donaueschingen

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