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Täglicher Horror im Schulbus

Zu wenig Platz, zu wenig Busse und zu wenig Geld - Der Alltag auswärtiger Schüler

Ein überfüllter Bus - der tagtägliche Zustand auf der Linie von Donaueschingen nach Löffingen. Die Fahrgäste, überwiegend Schüler, belagern jeden irgendwie möglichen Platz im Bus, auch den Raum zwischen Fahrer und Türe, der für Stehplätze eigentlich nicht in Anspruch genommen werden dürfte. Doch viele der Mitfahrenden sind sich nicht bewusst darüber, welchen Gefahren sie sich dadurch aussetzen. Bei ruckartigen Bremsmanövern könnten verheerende Folgen eintreten. Ein Ruck - und die Mitfahrenden würden in die Windschutzscheibe geschleudert werden, denn es gibt nirgendwo Halt.

Warten bis der Schulbus kommt........
(Foto: Baaremer Anzeiger)

Oftmals werden aus diesem Grund Personen, die am Donaueschinger Bahnhof oder in Hüfingen zusteigen wollen, kurzerhand stehen gelassen. Verärgert über diesen Zustand sind vor allem die Realschüler. Sie können nie einen Sitzplatz erhaschen, da alle Sitzgelegenheiten schon besetzt sind, wenn der Bus vom Gymnasium kommt. Und auch dort beginnt schon der Kampf beim Einsteigen, denn jeder fürchtet, während der Fahrt stehen zu müssen.

"Es ist wirklich schrecklich, dieser Lärm, das Gedränge! Warum unternimmt denn niemand etwas?" Diese Frage stellen sich alle, die Schüler sowie der Busfahrer.

Der Bürgermeister, die Schule, das Land und das Busunternehmen wissen von diesen Missständen. Aber da eine Busfahrt für das Busunternehmen 500 Mark kostet, wird sofort die Gegenfrage gestellt: "Wer soll das bezahlen? Wer hat soviel Geld?"

Ein zweiter Bus, eine mögliche Lösung, ist allerdings weiterhin dringend notwendig. Rettung aus diesem Dilemma ist aber nicht in Sicht. Das Thema wird wohl noch lange nicht ausdiskutiert sein.

Corina Fritsch, Melanie Stiegeler, Leonie Weißhaar


Kommentar:

Aussichtslos?

  Na prima, alle wissen um das Desaster der Schülerbeförderung, aber keiner unternimmt etwas. Einige der Fahrgäste werden täglich einer äußerst gefährlichen Situation ausgesetzt. Sie müssen, da der Bus total überfüllt ist, in dem Raum zwischen Fahrer und Türe stehen, der für Stehplätze aber nicht in Anspruch genommen werden darf. Wenn es unter diesen riskanten Bedingungen zu einem Unfall käme, müssten diese Fahrgäste wirklich um ihr Leben bangen, da sie in der gefährlichsten Zone stehen.

Das ist unverantwortlich von den Verantwortlichen; denn wenn ein öffentliches Verkehrsmittel derart beansprucht werden muss, ist das einfach lebensgefährlich. Manche Fahrgäste werden, da sie im Bus keinen Platz mehr haben, einfach stehen gelassen, obwohl ihnen das Recht auf eine Mitfahrt nicht verwehrt werden dürfte. Einmal wäre solch eine Ungerechtigkeit ja noch zu ertragen, aber wenn das täglich nach der sechsten Schulstunde so aussieht, dann müssten den Verantwortlichen doch endlich die Augen aufgehen.

Dabei müsste auf der Strecke zwischen Donaueschingen und Löffingen doch nur ein zweiter Bus verkehren. Ja, ja die Geldfrage wird natürlich wieder eine größere Rolle spielen als die Sicherheit der Leute. So ist es doch immer, denn, wie der Busfahrer selbst sagt: Es wurde schon darüber diskutiert, aber man ist zu keinem Ergebnis gekommen.

Jetzt stellt sich die große Frage: Was ist wichtiger: das Geld oder die Gesundheit der Schüler? Wer für eine Fahrkarte viel Geld ausgibt, der sollte doch die Berechtigung auf einen Sitz- oder zumindest einen sicheren Stehplatz haben.

Die Schüler finden es einfach miserabel, dass sie keinen Platz haben und von allen Seiten kommt die Forderung nach einem zweiten oder größeren Bus. Sonst ist doch für alles immer genügend Geld da, aber wenn es um die Sicherheit geht, wird doch wieder gespart. Außerdem: Die Zahl der Schüler nimmt sicher nicht ab, eher zu. Wenn man aber den Pessimisten glauben darf, ist die sicher nur allzu berechtigte Forderung nach einem zweiten Beförderungsmittel wortwörtlich: AUSSICHTSLOS !

 

Corina Fritsch


Dokumentation aus dem Südkurier  >27-2-2000<      Lokalausgabe Donaueschingen

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