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Schwarzwälder Bote - Online

Froh darüber »die Letzten« zu sein:
Mehr Leistungsdruck im neuen Abi


In den 70-er Jahren galt das Kurssystem als fortschrittlich / jetzt soll es wieder weg



Von Kristin Goller, Katrin Horn, Christian Jarsumbek und Agnes Limanski

Donaueschingen. Schon fünf Jahre ist es her, dass die Kultusminister eine Verschärfung der Abiturrichtlinien beschlossen. Jetzt soll das Kurssystem, das in den 70-er Jahren als Fortschritt galt wieder abgeschafft werden. Auch auf das Fürstenberg-Gymnasium kommt einiges an Änderungen zu.

Grundidee des Kurssystems war es, Fächer abwählen und so persönliche Schwerpunkte festzulegen zu können. Das wird sich 2004 wiederum ändern. In der künftigen Oberstufe sollen dann die Fächer Deutsch, Mathe und eine Fremdsprache in den Jahrgangsstufen 12 und 13 verpflichtend für alle Schüler vierstündig unterrichtet werden. Neben diesen drei Fächern sind zwei weitere, nämlich das Profil- und Neigungsfach vierstündig zu belegen. Das Profilfach ist eine Fremdsprache oder Naturwissenschaft. Als Neigungsfach steht ein beliebiges Fach aus dem Pflichtbereich zur Verfügung, der unter anderem aus Biologie, Musik, Gemeinschaftskunde und Physik besteht. Von den drei angebotenen naturwissenschaftlichen Fächern (Chemie, Biologie und Physik), müssen zwei belegt werden. Zusätzlich kann eine Wahl zwischen BK und Musik erfolgen. Schriftlich geprüft wird dann in den Fächern Deutsch, Mathe und einer Fremdsprache. Das vierte Prüfungsfach kann individuell das »Profil-«, oder ein »Neigungsfach« sein. Als mündliches Fach kam nun jedes Fach in Anspruch genommen werden, in dem keine schriftliche Prüfung abgelegt wird.

Auf die Frage, welche Vor- und Nachteile das neue Abi mit sich bringt, erläutert Sport-, Englisch- und Ethik-Lehrer Hubert Kaiser, dass die Schüler fortan selbstständiger arbeiten müssen, wodurch eine bessere und breitere Ausbildung gewährleistet sei. Schließlich fordere die Gesellschaft einen umfangreicheren Wissensstand und gebe so die Normen an, auf die die Schüler künftig besser und ausgiebiger vorbereitet werden müssen. Von Nachteil sei, dass sich bei den Schülern ein größerer Leistungsdruck bemerkbar machen werde, und sie mehr Freizeit mit Vorbereitungen und Lernen verbringen müssen. Andererseits sei es wiederum durchaus von Vorteil, wenn durch die Rückführung in den Klassenverband Teamgeist und die Zugehörigkeit gefördert werden.

»Im Großen und Ganzen«, heißt es am Fürstenberg-Gymnasium in den weiter fortgeschrittenen Jahrgängen, »sind wir sehr froh, der letzte Jahrgang zu sein, der das alte Kurssystem noch genießen darf«.


Dokumentation aus dem Schwarzwälder Boten / Lokalredaktion Donaueschingen  / Datum: 19.7.00

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