Fluch oder Segen?
Jeder kennt ihn, jeder hat ihn schon einmal im Mund gehabt, es gibt ihn in unzähligen
Formen und Farben und für jeden ist die richtige Geschmacksrichtung dabei. Die Rede ist
von dem zähen, klebrigen, kugel bis rechteckförmigen Mundspray-Ersatz namens Kaugummi.
Besonders bei Schülern ist es ein sehr beliebter Zeitvertreib, im Unterricht die
verschiedenen Kaugummisorten zu testen. Ziemlich clever - zeigen doch die neuesten
Ergebnisse der modernen Forschung, dass durch Kaugummikauen die Gehirntätigkeit angeregt
wird und dadurch die Konzentrationsfähigkeit erheblich gesteigert werden kann. Dies wurde
uns von einem hier ansässigen Mediziner, der internationale Erfahrungen besitzt,
bestätigt.
Ärgerlich ist es für einen Schüler allerdings, wenn sein
Kaugummiverbrauch in fast unbezahlbare Höhen steigt, nur weil er in jeder Stunde mehrmals
einen neuen "Streifen" einlegen muss, da er durch einen Lehrkörper aufgefordert
wird, seinen Konzentrationsverbesserer zu entfernen.
Die Folge: Der Schüler, der durch den Konzentrationsverlust zunehmend
unaufmerksamer wird, wird deshalb von dem Pauker bestraft, weil er gegen die (nirgends
aufgelistete) Regel, Kauen im Unterricht verboten, verstoßen hat.
Für die extremen Kaugummigegner, von denen manch einer laut eigener
Aussage noch nie einen Kaugummi gekaut haben will, bedeuten kaugummikauende Schüler einen
Verstoß gegen das persönliche Höflichkeitsideal: "Mit vollem Munde spricht man
nicht (Originalaussage; von Englischlehrer Herbert Moch). Außerdem erinnern ihn
kaugummikauende Schüler an Wiederkäuer jeglicher Art und er bezeichnet Kaugummis
allgemein als ungenießbare Magenvera ...
Die Kaugummibefürworter werden an dieser Stelle wohl die mangelnde
Toleranz der Kaugummigegner einfordern. Vielleicht sollten diese Kaugummigegner - bevor
sie solche Meinungen kund tun - erst einmal mit dem zähen, klebrigen Mundsprayersatz in
Kontakt gebracht werden.
MARTINA GFELL, STEFANIE RECH, ISABELL MARTIN, SONJA KINZELANN, DENISE
KÖHLER