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Auslandsjahr

Ein Schuljahr in einem fremden Land

Was es kostet, was es bringt und wieso sich immer mehr Schüler dafür entscheiden.

Auch dieses Jahr heisst es für viele Schüler, nach Beendigung der 10. Klasse, die Koffer zu packen. So auch für Ann-Kathrin Zimmermann und Philipp Braun vom Donaueschinger Fürstenberg-Gymnasium. Viele Eltern fragen sich natürlich, wenn ihre Kinder den Wunsch nach einem Auslandsaufenthalt äussern, ob es überhaupt gut ist, ihr Kind ein ganzes Jahr lang ziehen zu lassen. Und ganz billig ist es ja schließlich auch nicht.

Auslandsaufenthalte bilden weiter. Man lernt Land und Sprache kennen- und natürlich auch die Leute.

Wir haben hierzu ein Interview mit Elena Stadlinger, Hanna Ebinger und Anne Böhm geführt. Die drei Schülerinnen des Fürstenberg-Gymnasiums hatten letztes Jahr die Möglichkeit, ein Schuljahr in einem fremden Land zu verbringen.

Frage: Wo seid ihr gewesen und wie lange?"

Elena Stadlinger: Ich war in Kolumbien/Cali 12 Monate lang, von Juli ´98 bis Juli ´99.

Hanna Ebinger: Und ich war in der Dominikanischen Republik, in Santo Domingo, genau zehn Monate lang.

Anne Böhm: Ich war in Australien, in der Stadt Orange, und zwar von Juni ´98 bis Juli ´99, also rund 12 Monate.

Wie seid ihr darauf gekommen und wieso ging es gerade in dieses Land?

Elena: Wir sind durch Annes Bruder darauf gekommen, der ein Jahr zuvor in Südafrika war.

Hanna: Ich wollte schon immer einmal in die Karibik.

Anne: Ich wollte unbedingt surfen lernen. So hatte ich die Gelegenheit dazu und konnte gleichzeitig mein Englisch verbessern.

Wieviel musstet ihr für den Austausch bezahlen?

Elena, Hanna, Anne: So um die 10 000 Mark. Hanna hat allerdings ein Stipendium in Höhe von 4500 Mark bekommen.

Warum habt ihr gerade die Organisation AFS ( American Field Service) ausgewählt?

Hanna: Weil sie hier auch Stipendien anbieten.

Anne: Weil mein Bruder mit dieser Organisation gute Erfahrungen gemacht hat.

War es schwer, sich dort einzuleben?

Elena: Nein, da die Kolumbianer sehr offen sind. Sie sind freundlich und sehr kontaktfreudig.

Hanna: Die ersten zwei Monate waren echt die Hölle für mich. Man wird mit Problemen konfrontiert, die man mit seinen Eltern zuhause schon längst abgehakt hatte. Etwa wie lange darf ich weg bleiben und ähnliches. Aber danach waren es die schönsten acht Monate meines Lebens.

Anne: Ich fand es sehr schwer, weil es schwierig war, Anschluss an die Cliquen zu finden. Die Australier sind nicht so offen, wie beispielsweise die Südamerikaner. Aber das letzte halbe Jahr war echt gut.

Wie seid ihr am Anfang mit eurem Englisch zurechtgekommen?

Elena:(lachend) Schlecht. Ich war ja in Kolumbien. Mein Spanisch war überhaupt nicht gut.

Hanna: Ich beherrsche die Zeichensprache perfekt.

Anne: Eigentlich war es kein so großes Problem. Man hat die Sprache schnell im Griff - oder aber sie dich.

Was hat euch in dem Jahr am Besten, und was am Schlechtesten gefallen?

Elena: Es war das ganze Jahr Sommer. Aber die gefährliche Situation in Kolumbien hat mir wirklich Angst gemacht.

Fiel euch der Übergang in die 12. Klasse zuhause dann schwer?

Hanna, Anne, Elena: Es war einfacher, als die 11. Klasse hier zu machen. Wir sind jetzt viel motivierter.

Würdet ihr den Aufenthalt weiterempfehlen?

Hanna, Anne, Elena: Auf jeden Fall. Man macht Erfahrungen für das ganze Leben, die dir niemand mehr nehmen kann. Man lernt eine fremde Sprache sprechen und kennen. Wir würden es sofort wieder tun.

Was hat euch dieses Schuljahr in einem fremden Land gebracht?

Elena: Ich wurde dadurch offener und toleranter. Es hat mir sehr geholfen.

Hanna: Mehr Selbstbewußtsein. Man ist dort fast ganz auf sich alleine gestellt, ohne Eltern, ohne Familie.


  • Philipp Braun, Ann-Kathrin Zimmermann, Edith Harmati, Katharina Drumm Es gibt etliche Bücher zu diesem Thema, wie beispielsweise "Zur High School in die USA" von Mareika Lanbacher.


Dokumentation aus dem Südkurier  >11-3-2000<    Sonderseite  Lokalausgabe Donaueschingen

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