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Gewalt an Schulen: Läuft Donaueschingen gänzlich gegen den Trend im Land?

Realschul-Lehrer absolvieren Mediations-Seminar zur Konfliktbewältigung


Donaueschingen (tha). Ist Donaueschingen in Sachen Gewalt an der Schule eine Insel der Glückseligkeit? Schenkt man den Aussagen der örtlichen Schulleiter Glauben, dann ist das so. Nach einer Statistik des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg sind die Fälle von Gewalt an Schulen im Land von 1997 bis 1999 von 3061 auf 3901 gestiegen. Ganz gegen diesen Trend scheint die Lage in Donaueschingen zu sein.

Manfred Glunk, Rektor des Fürstenberg-Gymnasiums, sieht sich an einer "friedlichen Schule", wie er im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten erklärte. Von einem Problem wollte man auch nicht an der Realschule sprechen, dennoch ist die Hilfe zur Selbsthilfe angelaufen. 15 Lehrer haben ein Mediations-Seminar als Streitschlichtungs-Methode abgeschlossen. Zu dem Kurs trafen sich die Lehrer ein Jahr lang außerhalb des Unterrichts mit zwei Psychologen aus Villingen. Die Lehrer sollen nun in einem zweiten Schritt ihr Wissen auch an die Schüler weitergeben. "Ganz große Sachen haben wir zwar nicht", meint Rektor Rolf Laschinger, aber das Seminar solle helfen, die kleinen Streitereien zu schlichten.

Unisono meinen die Leiter der Gewerblichen und Kaufmännischen Schulen, Günter Besenfelder und Heinz Baumgartner, dass Gewalt in ihren Schulen kein Thema darstelle. Die Schüler seien nicht mehr in dem Alter, indem sie sich schlagen müssten, meint Besenfelder. In diesem Jahr hätte er keinerlei Beobachtungen gemacht. "Die Polizei haben wir noch nie gebraucht" stellte auch Heinz Baumgartner fest. Einzig würde die Schule von Sprayern heimgesucht werden, aber, so der Oberstudiendirektor, "die sind nicht von uns."

"Wenn wir die Größe unserer Schule sehen, haben wir hier das Paradies", so der Rektor der Eichendorff-Schule Karl-Heinz Lehmann. Natürlich könne es mal vorkommen, dass sich zwei in die Haare geraten. Die würde er dann in sein Sprechzimmer setzen und mit ihnen die Situation durchgehen. Lehmann will den Schülern vermitteln: "Mit Fäusten löst man keine Probleme." Er könne allerdings nicht sagen, wie sich seine Schüler außerhalb der Schule verhalten und zeigt damit den weiterführenden Problemkreis auf.

Das einzige, was Lehmann Sorgen bereitet ist, dass die Ausdrucksmöglichkeiten der Schüler nachließen, was zu einer "verbalen Gewalt" führe, so der Rektor. Schimpfwörter würden viel häufiger verwendet. Diese Art von Gewalt sei allerdings ein gesellschaftliches Problem, dass die Schule nicht allein bewältigen könne.

Dokumentation aus dem Schwarzwälder Boten / Lokalredaktion Donaueschingen  / Datum: 9.11.00

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