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In einer Zeit, in der so intensiv über Bildung, Wertewandel und das Schulsystem diskutiert wird, In einer Zeit, in der die Schulform Gymnasium in Baden-Württemberg tiefgreifende Veränderungen erfährt, In einer Zeit, in der klar wird, dass die kommenden Generationen durch Globalisierung, Demographie und den Wandel unserer natürlichen Umwelt vor große Herausforderungen gestellt werden gibt sich das Fürstenberg-Gymnasium in Donaueschingen nach intensiver Beratung aller am Schulleben Beteiligten dieses Leitbild. Es ist Positionsbestimmung und Ausdruck unseres Selbstverständnisses von Schule als Lern- und Lebensort sowie Richtschnur unserer Entwicklung. Das Leitbild gliedert sich in drei verschiedene Ebenen: 1. den Leitspruch, der in komprimierter Form die Inhalte des Leitbildes transportiert. 2. einen Text, der die großen Leitlinien in den Bereichen:
festhält. 3. Das „Bogenmodell“ enthält
Das vorliegende Leitbild beschreibt langfristige Ziele, an denen unsere Schule sich auch in Zukunft immer wieder neu messen wird. Darum ist die Leitbildarbeit ein kontinuierlicher Prozess der Schulentwicklung. Die Konzepte und Maßnahmen, die sich aus diesem Leitbild ableiten, werden nach und nach umgesetzt und immer neu überprüft. Eine Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern und Eltern begleitet diese Umsetzung, bewertet den Erfolg der einzelnen Maßnahmen und setzt gemeinsam mit der GLK und der Schulkonferenz jeweils für ein Schuljahr die Prioritäten für die weitere Entwicklung fest. 1. Leitspruch:
2. Leitlinien
2.1 Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten Die letzte Aufgabe unsres Daseyns... löst sich allein durch die Verknüpfung unsres Ichs mit der Welt zu der allgemeinsten, regesten und freiesten Wechselwirkung. (Wilhelm von Humboldt, „Theorie der Bildung des Menschen.“, S. 34) Im Mittelpunkt des Bildungsideals unserer Schule steht der Mensch. In der Auseinandersetzung mit der Welt, in der Aneignung von Wissen und Erfahrungen gewinnt er an Souveränität. Ziel der Ausbildung am Fürstenberg-Gymnasium ist es, die Schüler/innen zu befähigen, sich ihre heutige und zukünftige Lebenswelt zu strukturieren, sich in die Gemeinschaft einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und eigene Entscheidungen in dieser Welt zu treffen. Der Erwerb des hierzu notwendigen neuen Wissens und das Erreichen der Allgemeinen Hochschulreife erfordern dabei die aktive und gemeinsame Anstrengung von Schülern, Lehrern und Eltern. Die Schüler/innen des Fürstenberg-Gymnasiums sind motiviert und leistungsbereit. Sie wollen gefordert werden und ihren Horizont erweitern. Die Lehrer/innen unserer Schule fördern aktiv den Wissenserwerb der Schüler/innen, wecken die Begeisterung für das Lernen von Neuem und helfen ihnen, Herausforderungen zu bewältigen. Die Eltern unterstützen Schüler/innen und Lehrer/innen in diesem Prozess. Dies erfordert immer wieder die gemeinsame Besinnung auf unsere rechtsstaatliche Wertordnung, die die Grundlage aller unserer Bemühungen bildet und die auch im Leitspruch ihren Ausdruck findet. Unser übergeordnetes Ziel ist dabei eine umfassende Bildung. Darum vermittelt das Fürstenberg-Gymnasium als allgemein bildendes Gymnasium seinen Schülerinnen und Schülern fundierte Grundlagen des gesamten Spektrums von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der heutigen Zeit in den Feldern – Deutsch – Ethik und Religion –
Gesellschaftswissenschaften – Musischer und künstlerischer Bereich –
Mathematik, Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Geowissenschaften,
Physik), – Sport – Sprachen (Englisch, Französisch, Latein, Griechisch, Spanisch) Im Sinne dieser breiten Allgemeinbildung unterstützt die Schule den Unterricht, die Fördermaßnahmen und die Ausstattung aller genannten Bereiche gleichberechtigt. Die Wahl des naturwissenschaftlichen oder sprachlichen Profils in den Klassen 8-10 sowie von Neigungs- und Profilfächern in der Kursstufe ist hier bewusst als eine Akzentsetzung, nicht aber als eine Spezialisierung zu sehen. Die Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten erfolgt am Fürstenberg-Gymnasium in allen Bereichen mit hoher Qualität und Tiefe. Die Schülerinnen und Schüler werden umfassend gefordert und erleben dadurch wachsende fachliche Kompetenz. Schüler/innen werden in ihren besonderen Begabungen und Interessen gezielt gefördert. Schüler/innen, die Unterstützung in ihrem Lernprozess benötigen, erhalten diese ebenfalls durch von der Schule organisierte Fördermaßnahmen. Angesichts einer sich immer schneller ändernden Welt und der wachsenden Fülle neu hinzukommender Erkenntnisse ist die Wissensvermittlung an unserer Schule nicht nur auf den reinen Stofferwerb beschränkt. Unsere Schüler/innen erhalten eine umfassende Ausbildung im Bereich der Grundtechniken des Lernens, in fachspezifischen und fächerübergreifenden Arbeitsmethoden. Die so erworbene Methodenkompetenz befähigt sie auch nach Verlassen der Schule, sich eigenständig und erfolgreich neue Inhalte und Fertigkeiten anzueignen. Die Lehre an unserer Schule ist offen für neue Erkenntnisse der Didaktik und Bildungsforschung. Im Bewusstsein der Verantwortung vor den oben ausgeführten Zielen werden neue Unterrichtsinhalte und Lehrmethoden von außen übernommen oder innerhalb der Schule entwickelt, erprobt, kritisch hinterfragt und eingesetzt. In einer an Lehrerpersönlichkeit, Klassensituation und Lerninhalt orientierten angemessenen Mischung aus lehrerzentriertem Unterricht und eigenverantwortlichem Arbeiten wird der Lernprozess der Schüler/innen abwechslungsreich, fordernd und motivierend strukturiert. Die eigenständige und eigenverantwortliche Arbeit der Schüler/innen in Projekten und Praktika wird gefördert. Der Lernprozess der Schüler/innen und der Arbeitsprozess der Lehrer/innen werden durch eine sehr gute räumliche und sächliche Infrastruktur unterstützt. 2.2 Persönlichkeitsbildung Die Schüler/innen lernen verantwortungsvoll mit sich und ihrer Gesundheit umzugehen und werden darin von den Eltern und der Schule unterstützt. Die Beteiligten arbeiten an einem offenen Schulklima, das geprägt ist von gegenseitigem Respekt, von Wertschätzung und Achtung, von Vertrauen und partnerschaftlichem Miteinander. Das bedeutet, dass sie einander als Mensch und nicht nur aufgrund ihrer Leistungen anerkennen. Mit Konflikten wird offen umgegangen. Die dabei notwendige Kritikfähigkeit aller Beteiligten wird entwickelt und gefördert. Die Fähigkeiten und Begabungen des Einzelnen zu entdecken und in das Schulgeschehen zu integrieren ist ein wichtiges Ziel. Lernen am Fürstenberg-Gymnasium soll mit positiven Erfahrungen verknüpft sein, sei es durch die Erfahrung neuer Einsichten in die Welt als Folge des Erkenntnisgewinns, sei es durch die Erfahrung des erfolgreichen Meisterns von Schwierigkeiten im Lernprozess. Anstehende Entscheidungen, welche die Schule betreffen, werden auf unterschiedlichen Ebenen getroffen. Manche davon liegen z.B. in den Händen der Schulleitung, andere werden selbstverantwortlich von Schüler/innen getroffen oder mit getragen. Es ist jeweils abzuwägen, welche Personengruppen von einer Entscheidung betroffen sind und wer sie jeweils mit verantworten kann. Es ist anzustreben, möglichst alle Betroffenen dazu zu hören und sie ggf. in die Entscheidung mit einzubeziehen. Ziel ist, das Übernehmen von Verantwortung und die Identifikation mit der Schule zu fördern. 2.3 Soziales Lernen Das Fürstenberg-Gymnasium ist ein Lebensraum, in dem alle Beteiligten Mitverantwortung dafür tragen, dass sinnvolles Lernen und Erziehen möglich ist. Schüler/innen sollen hier nicht nur Wissen erwerben, sondern auch soziale Fähigkeiten entwickeln, denn beides bedingt einander: Eine positive Atmosphäre stärkt die Lern- und Lehrbereitschaft. Der Lernstoff und praktisches soziales Handeln sollen vermitteln, dass zur beruflichen Qualifikation und zu einem gelingenden Leben nicht nur Fachwissen, sondern auch die Übernahme von sozialer Verantwortung gehört. Damit alle Beteiligten in der Schule Verantwortung für das Ganze übernehmen können, wird besonderer Wert auf eine gute Klassengemeinschaft gelegt. Gemeinsam vereinbarte Regeln und die Einübung sozialer Verhaltensweisen erleichtern das Zusammenleben im Schulalltag. Außerdem gibt es Klassen übergreifend Zeiten und Räume, in denen man zwanglos miteinander umgehen, anstehende Fragen besprechen und Absprachen treffen kann. Die gegenseitige Information wird erleichtert und gefördert. Im Schulalltag wird ein konstruktiver Kommunikationsstil gefördert und destruktiven Verhaltensweisen gewehrt. Der Zusammenhalt und Austausch innerhalb der Jahrgangsstufen und Jahrgangsstufen übergreifend wird gefördert. In unserer Schule trägt jeder eine Mitverantwortung für das Ganze. Daher ist es wesentlich, dass konkrete Aufgaben nicht nur von Lehrer/innen, sondern auch von Schüler/innen und Eltern übernommen werden. Schüler/innen lernen durch eigenständiges Planen und Durchführen von Aktivitäten unterschiedlichster Art, durch kreative Gestaltung und gegenseitige Hilfestellung, Mitverantwortung füreinander und für die Schulgemeinschaft zu übernehmen. Für die Eltern eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten, sich aktiv in das Schulleben einzubringen: Sie unterstützen die Vorhaben der Schule, indem sie zum Gespräch und zur Mitgestaltung bereit sind, und begleiten die Schulentwicklung auf pädagogischer und praktischer Ebene. Die Eltern verpflichten sich, die von der Schule getroffenen Vereinbarungen zwischen Lehrer/innen, Schüler/innen und Eltern aktiv mitzutragen. 2.4 Die Schule als Teil der Gesellschaft Das Fürstenberg-Gymnasium fördert die Identifikation von Schüler/innen, Eltern und Lehrer/innen mit der Schulgemeinschaft, die immer auch eingebunden ist in gesellschaftliche Zusammenhänge. Dabei wird „Identifikation“ nicht als Gleichmachen verstanden, sondern als Konsens der am Schulleben Beteiligten über die Zielrichtung. Alle Beteiligten (Schüler, Lehrer, Eltern) sind sich einig über das jeweils zu erreichende Ziel und vertreten dieses auch nach außen. Angesichts der heutigen ökologischen Probleme pflegen Schüler/innen und Lehrer/innen fächerübergreifend einen nachhaltigen Umgang mit unserer natürlichen Umwelt und damit unseren Lebensgrundlagen, d.h., sie üben sich in ökologischer Handlungskompetenz. Ein zentraler Bestandteil der Wissensvermittlung am Fürstenberg-Gymnasium ist die Öffnung der Schule nach außen. Dabei werden sowohl außerschulische Lernorte für die Schüler/innen erschlossen als auch aktuelles Wissen aus Gesellschaft und Wissenschaft aktiv in die Schule transferiert und für den Unterricht und die Bildung der Schüler/innen nutzbar gemacht. Im Zuge der Ganztagesbetreuung/ Ganztagesschule werden Kooperationen mit Vereinen und anderen Institutionen immer wichtiger, die für Aktivitäten außerhalb des regulären Unterrichts als Möglichkeiten zum gemeinschaftlichem und kreativem Tun und zur Förderung des Einzelnen genutzt werden können. Die Schule fördert diese Kontakte.
Donaueschingen, im Mai 2007. |
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