Naturgeschichtliches zur Donauquelle 
( Geologie / Hydrologie)                    
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Die Karstquellen im Raum Donaueschingen

Die bedeutendsten Quellen des Muschelkalkes treten, wie schon angedeutet, im Osten an der Grenze zu den überlagernden Keuperschichten auf. 

In dieser Position befindet sich auch die Quellgruppe südlich der Brigach, zwischen Donaueschingen und Allmendshofen (Fig. 11). Es handelt sich hierbei fast durchwegs um Waller, wobei das Karstwasser durch eine bis zu 14 rn mächtige Überdeckung von Lettenkeuper und quartären Kiesen artesisch nach oben dringt. Genaue Beobachtungen des Grundwasserstandes (Reichsamt für Bodenforschung - Zweigstelle Freiburg, unveröff entlichter Bericht vom 12. Jänner 1942) haben ergeben, daß die Quellaustritte auf lokal sehr begrenzte Grundwasseraufdomungen im Kieskörper der jungen Auffüllung zurückgehen. Diese können nur so erklärt werden, daß die unterlagernde, den Karstkörper abdichtende Keuperdecke  im Bereich von heute durch Schotter überdeckter und eingeebneter Dolinen unterbrochen ist, wodurch das Karstwasser die Möglichkeit hat, nach oben aufzudringen.

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Die größeren dieser Karstwasseraufbrüche sind die Gutterquelle (Karte , Quelle Nr. 8) mit einer maximalen Schüttung bis zu 250 Ils und die Buriquelle (Nr. 10 und 11) mit 10 bis 40 l/s, die Brauereiquelle (Nr. 6) mit 25 bis 50 l/s, die Schwanenteichquelle (Nr. 4) mit 20 bis 100 l/s, die Parkquelle (Nr. 3) mit einer maximalen Schüttung von etwa 150 l/s und die Juniperusquelle (Nr. 15) bei Almendshofen mit einer maximalen Schüttung von etwa 150 l/s.

Die Stadt Donaueschingen wurde bisher im wesentlichen durch eine Oberflächenfassung an der Gutterquelle mit laufenden Entnahmen von 40 bis 90 l/s versorgt. Bei der Errichtung dieser Fassung 1936 sollen im Rahmen eines Pumpversuches bis zu 650 l/s gefördert worden sein. Für die geplante Entnahme von 150 l/s wurde 1969 unmittelbar neben der Gutterquelle ein Brunnen mit einer Tiefe von 12 m und einem Durchmesser von 180 cm abgeteuft, der nunmehr die alte Oberflächenfassung ersetzt. Bei dem Probepumpversuch im Oktober 1999 mußte bei 255 l/s und einer gleichzeitigen Entnahme von 44 l/s in der 5 m entfernten Gutterquelle die Förderleistung gedrosselt werden, da in der 200 m entfernten Fassung der Brauereiquelle der Wasserspiegel um 50 cm, damit unter die Kiesaufschüttung, abgesunken war. Ebenfalls trocken fiel die Juniperusquelle bei Allmendshofen. In der Gutterquelle betrug die Absenkung 70 cm, im Brunnen selbst 380 cm. Auch in einzelnen Tiefbrunnen bei Hüfingen machte sich der Pumpversuch bemerkbar.

Unmittelbar nördlich der Brigach liegt im Schloßpark von Donaueschingen
die "Donauquelle*" (Nr. 2). Sie hat eine Schüttung von 15 bis 70 l/s. Ihr in Kiesen nahe einer 8 m hohen Muschelkalkwand aufstoßendes Wasser weist auf einen ursprünglich tieferen Wasseraustritt hin- Sie steht in einer engen hydraulischen Beziehung zu der nur 70 m entfernten Poststraßenquelle (Nr. 1), aus der 20 l/s zu Kühlwasserzwecken für die Fürstlich Fürstenbergische Brauerei entnommen werden. Während eines dort mit über 100 l/s gefahrenen Pumpversuches versiegte die nahe Donauquelle vollständig. Das Karstwasser des Oberen Muschelkalkes wird neben den bestehenden Quellfassungen in mehreren Bohrungen für die Wasserversorgung gewonnen. Solche Tiefbrunnen bestehen für die Wasserversorgung von Hüfingen, für einzelne Industriebetriebe zwischen Hüfingen und Donaueschingen und für landwirtschaftliche Betriebe nördlich von Donauesrhingen. Die Förderleistung der genannten Brunnen liegt zwischen 5 bis 30 l/s.

Für den Raum Donaueschingen ergibt sich ein sichtbarer Karstwasserabfluß von zusammen 400 l/s in Mangelzeiten und rund 1000 l/s in Zeiten stärkerer Wasserführung. Für das in Frage kommende Einzugsgebiet innerhalb der nur 6 km breiten Muschelkalkzone ist das Wasserdargebot zu groß, so daß dieses Karstwasser zu einem wesentlichen Teil durch Zusickerung von Oberflächengewässern bzw. von Grundwässern der jungen Talfüllung gespeist werden muß.



*) Die Donau wird durch den Zusammenfluß von Breg und Brigach gebildet. Auf alten Karten, zum Beispiel von Sebastian Münster, 1550, ist bei Donaueschingen ein ausgedehnter See mit der Bezeichnung "fons Danubii" eingetragen (W. DEEciu, 1918). Gemeint war damit das damals noch nicht entwässerte, versumpfte Donaueschinger Ried, an dessen Ostende die Donau abfloß. Erst nach Trockenlegung des Riedes erregten die Karstquellen die besondere Aufmerksamkeit, wobei einmal die Juniperusquelle, einmal die Schloßquelle als die Donauquelle betrachtet wurden. Pür die Quelle beim Schloß hat diese Bezeichnung zunehmend Verbreitung gefunden, weshalb sie auch im nachfolgenden noch beibehalten wird.


Text u. Grafik aus:
Die Hydrogeologie und Hydrochemie des Einzugsgebietes der obersten Donau
hier: Kap. 5.2.2. Die Karstquellen im Raum Donaueschingen
 
v. H. Höltzl, Karlsruhe
Veröffentlicht in:
Steir.Beitr.z.Hydrogeologie / 25/ Seiten 5-102 / Graz 1973

Die Schüttung der Karstwasserquellen


 ... Hervorzuheben ist eine trotz der relativ geringen Niederschläge
große Bachdichte in der Riedbaar, zu der eine große Zahl von Karstquellen
zwischen Allmendshofen und Donaueschingen beitragen. Ihre Zahl dürfte 50
überschreiten und ihre Schüttung erreicht nach überschlägigen Schätzungen
von DEECKE (192 1, S. 17) mindestens 400 l/s, nach Unterlagen des
Wasserwirtschaftsamtes und eigenen Kartierungen aber nahezu 1000 l/s. Auch HÖTZL (1973, S. 36) schätzt die Schüttung der Karstwasserquellen im
Donaueschinger Raum zwischen 400 l/s in Mangelzeiten und rund 1000 l/s in
Zeiten stärkerer Wasserführung, berücksichtigt allerdings nur etwa 20
Quellen. Die Herkunft des Wassers ergab trotz einiger Salzungsversuche
zunächst keinen Zusammenhang mit der Hauptversinkung der Breg oberhalb von Hüfingen und wurde daher von ERB (1941) eher mit Verlusten der Brigach bzw. durch auf der Muschelkalktafel zwischen Breg und Musel versickernde
Niederschläge erklärt. Tatsächlich versinken bei Hüfingen auch nur etwa 200
l/s (Akten d. WWA Donaueschingen, 1965). Allerdings konnte HÖTZL (1973, S. 41 ff) durch Färbeversuche mit Uranin 1971 zeigen, daß in 15 von 22 Quellen des Donaueschinger Raums nach 41-65 Stunden Bregwasser von der Hüfinger Versinkungsstelle austritt. Das entspricht einer Geschwindigkeit zwischen 40 und 70 m/h. Ein 1972 wiederholter Versuch mit gefärbten Lycopodium-Sporen verlief negativ, was HÖTZL (1973, S. 47) mit einer möglichen Verschiebung der Abflußrichtung bei niedrigem Karstwasserspiegel zu erklären sucht.


aus Reichelt, Günther
"Untersuchungen zur Entwicklungsgeschichte der Riedbaar"
in Ber.Naturf.Ges.Freiburg 82/83 S. 117-168  , 1994


Externer Link:

Karstquellen im Raum Donaueschingen


http://homepages.rtlnet.de/algorden0/Quellen/Donauquellen.html

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