Erstaunt und verwundert stehen die meisten Besucher an der kunstvollen Einfassung der Donauquelle, welche sich im Park zwischen dem Schloss und der Stadtkirche inmitten von Donaueschingen befindet. Kaum wahrnehmbar quillt das kristallklare Wasser aus dem Quelltopf und verlässt ihn gleich wieder als kleiner unterirdisch geleiteter Bach, um nach kurzem Weg sich mit der Brigach zu verbinden.
Dies soll die Quelle eines der mächtigsten Ströme Europas sein?
Die Namen der Donau und ihrer Quellflüsse Brigach und Breg sind eine uralte Erbschaft, die wir noch der keltischen Bevölkerung unseres Raumes in frühgeschichtlicher Zeit verdanken. Bereits die Griechen kannten im 7.vorchristlichen Jahrhundert diesen Fluss, den sie "Istros" nannten.
Kaiser Tiberius rüstete um 15v.Chr.eigens eine Expedition zu den Donauquellen, und sein Nachfolger Valentinian tat es ihm in einem Kriegszug um 388 n.Chr. nach.
Der römische Schriftsteller Plinius der Ältere beschreibt die Lage seiner Quelle neben dem Flussbett - was ohne Zweifel für die Donauquelle zutrifft. Bereits im Jahre 1292 wird der Name Donaueschingen mit Donauquelle und der dort entspringende Bach Tuonow erwähnt. Eine Urkunde aus dem Jahre 1367 beschreibt die Quelle in der Nähe der Ortsburg.
Das älteste überlieferte Urbar Donaueschingens (1584) zeigt deutlich, daß von dem Punkt ab, an dem sich der Quellenabfluss mit der Brigach vereinigte, von der Donau gesprochen wurde - damit auch bereits ein gutes Stück weit vor der Einmündung der Breg! Zahlreiche Schriften verschiedener europäischer Sprachräume bestätigten die Allgemeingültigkeit dieser Quellen - Definition.
Aus der Schedel'schen Weltchronik (1493)
"Die Thonau, der berümbtist fluß Europe entspringt auß dem Arnobischen berg bey anfang des Schwarzwalds in einem Dorff Doneschingen genannt und fleußt vom nydergang gein dem orient...."
Der König und das rauschende Fest
"Selbst König Maximilian kam 1499 höchstpersönlich nach Donaueschingen, um hier die Donau "aus einem Hügel ungefähr in dessen Mitte" hervorspringen zu sehen. Rund um die Donauquelle feierte das königliche Gefolge ein rauschendes Fest. Und in das stets 7 - 8 Grad kalte Wasser hineinzuspringen war Pflichtübung für die adligen Gäste der Grafen und Fürsten, einem uralten Brauch und Herkommen gemäß.
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Blick auf die Donauquelle
Ja - hier ist wirklich die Quelle der Donau !
Schließlich wird die Quelle eines Flusses nicht nach dem längsten oder nach dem wasserreichsten Quell-Ast definiert - sonst müssten sehr vielen Flüssen dieser Erde eine neue Quelle oder einen neuen Namen zugewiesen werden - nein, als entscheidendes Kriterium dient hier und allgemein die historische Definition einer Quelle.
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Die Donauquelle ("Fons Danubii") auf einem historischen Kartenbild der Baar in Donaueschingen.
(Sebastian Münster 1538 ) coloriert
Damals noch war die Quelle auf etwa 8x6m rechteckig gefasst.Ursprünglich floß die junge Donau am Schloß vorbei etwa zwei km parallel zur Brigach (siehe Karte), und vereinigte sich dann mit Brigach und Breg zu einem einzigen Fluß, der Donau, welche nach ihr benannt wurde. Als 1820 der Schloßhof umgestaltet wurde, leitete man das Quellflüßchen Donau unterirdisch zur heutigen Austrittsstelle an der Brigach, dem 1912 von Kaiser Wilhelm II gestifteten Pavillion mit einem kleinen Wasserfall.
" Brigach und Breg bringen die Donau zuweg?"
Bekanntes Merksprüchlein, es hat recht,
denn hier beginnt die amtliche km-Messung der Donau;
es stimmt aber nicht ganz, was die historische Definition der Donauquelle betrifft. !
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