Almut Tina Schmidt las aus ihrem Buch

„Meinen Namen weiß Oma schon lange nicht mehr“,

erschienen bei Elefanten Press 1999



„Die spinnt doch, die Alte!“

 

Interview

 

Vielleicht hast du auch schon einmal so gedacht, als du eine alte Frau gesehen hast, die sich ganz komisch benahm. In unserer Klasse jedenfalls wussten einige von alten Leuten zu berichten, die alles vergaßen oder sich merkwürdig verhielten. Oft machen wir uns lustig über solche Menschen. Wie aber empfinden alte Leute ihre Vergesslichkeit und ihr Durch-einander-Sein und wie werden ihre Angehörigen damit fertig?

   Um darüber mehr zu erfahren, besuchten die Klassen 5d und 5e am Mittwoch, dem 22. März 2000, die Stadtbibliothek in Donaueschingen, wo Almut Tina Schmidt aus ihrem vor kurzem erschienen Jugendbuch „Meinen Namen weiß Oma schon lange nicht mehr“ vorlas.

 Was für ein komisches Thema für ein Jugendbuch! So dachten wir zuerst, aber dann lauschten alle gebannt der jungen Autorin.

   Die Geschichte handelt von einer 70-jährigen Frau, die ihren Verwandten mächtig auf die Nerven geht, weil sie lauter verrückte Sachen anstellt. Mal muss sie von der Feuerwehr vom Dach ihres Wohnhauses geholt werden, mal findet sie nicht mehr den Weg nach Hause und immer wieder erkennt sie die nächsten Verwandten einfach nicht wieder. Doch sie kann nichts für dieses Verhalten, denn sie ist schwer krank. Sie leidet an der bis jetzt immer noch unheilbaren Alzheimer Krankheit. Für ihre Familie ist ihr Verhalten oft nur schwer zu ertragen, sie wissen nicht, wie sie der alten Frau helfen können.

   Für den Leser ist das Buch jedoch keineswegs nur traurig, sondern auch lustig.

 

In einer Pause beantwortete Almut Tina Schmidt eine Menge Fragen und nach der Lesung bestürmten viele von uns sie und bekamen ein Autogramm.

  Hier einige der Fragen, die wir Almut Tina Schmidt stellten:

Wir: erzählen Sie kurz etwas über sich selbst.
Almut Tina Schmidt:      Ich bin 28 Jahre alt, lebe seit einigen Jahren in Freiburg, wo ich auch studierte.
Wir: Seit wann schreiben Sie?
Almut Tina Schmidt:      Ich habe schon als Kind Geschichten geschrieben, aber sie sind nie richtig fertig geworden. Richtig angefangen zu schreiben habe ich erst vor einigen Jahren. Dieses Buch hier ist mein erstes Buch, das veröffentlicht wurde.
Wir: Haben Sie über Erlebnisse mit Ihrer eigenen Oma geschrieben?
Almut Tina Schmidt: Nein, aber so etwas Ähnliches habe ich schon erlebt.
Wir: Schreiben Sie nur für Kinder?
Almut Tina Schmidt: Nein, ich schreibe auch für Erwachsene, z.B. habe ich ein Hörspiel geschrieben, „Ritas Reise“, das im Mai im Rundfunk gesendet wird. Und mit einer Geschichte für Erwachsene habe ich sogar einen Preis beim „Open mike“, einem Wettbewerb der Literaturwerkstatt Berlin, gewonnen.
Wir:    Wollten Sie schon immer Schriftstellerin werden?
Almut Tina Schmidt:  Ja, schon als Kind habe ich davon geträumt. Ich würde allerdings auch gern etwas beim Theater machen, vielleicht als Schauspielerin.
Wir: Können Sie von Ihrem Beruf als Autorin leben?
Almut Tina Schmidt:  Na ja, es geht so. Beim Rundfunk und bei Lesungen bekommt man Honorare, und wenn man Glück hat, bekommt man für einige Zeit ein Stipendium.
Wir: Was verdienen Sie als Autorin an einem verkauften Buch?
Almut Tina Schmidt:      Ich bekomme etwa 10 % des Verkaufspreis und bis jetzt sind etwa 2000 Exemplare verkauft worden. Wir rechneten und fanden heraus, dass wahrscheinlich nur wenige Kinder- und Jugendbuchautoren in Deutschland wirklich vom Bücherschreiben leben können.

Zuletzt gilt unser Dank der Städt. Bibliothek Donaueschingen, die uns diese Lesung ermöglicht hat.

Verfasst von Alexandra Durst, Angela Roll,
David Spataro und Mark Weiher, Kl. 5d