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„Weißes Rauschen – schwarze Pädagogik“
Der
X Verleih rief in Kooperation mit den SchulKinoWochen Hessen zu
einem großen Schülerwettbewerb aus. Die Aufgabe für Schülerinnen und
Schüler bestand darin, ein Essay über den Film DAS WEISSE BAND –
EINE DEUTSCHE KINDERGESCHICHTE von Michael Haneke zu schreiben,
unter Berücksichtigung der themenleitenden Fragen: Welche Aussage hat
der Film für Sie persönlich, wo sehen Sie Unterschiede oder Parallelen
zur eigenen Erziehung? Mehrere
Schülerinnen und Schüler des Deutschkurses D6 der Kursstufe 1, nahmen
auf Initiative ihrer Deutschlehrerin Frau Marion Feser-Colignon an
diesem äußerst interessanten und anspruchsvollen Wettbewerb teil.
Robin Weeber erreichte mit seinem Essay „Weißes Rauschen“ den
hervorragenden zweiten Platz. Der Inhalt des
Filmes, der für den Oscar 2010 als bester ausländischer Film nominiert
war, in Kürze: Deutschland 1913/14: In einem protestantischen Dorf im
Norden Deutschlands herrscht ein quasi-feudalistisches Gefüge von
Autoritäten, Abhängigkeiten und einem subtilen Strafsystem, das vom
Baron bis zu den Bauern alle Beziehungen durchdringt und vor allem die
Kinder prägt. Der so geordnete Alltag zwischen Arbeit, Gebet und Schule
gerät in Unruhe, als sich mysteriöse Unfälle häufen und zu einer
Reihe von Verbrechen werden, die sich im Laufe eines Jahres im Dorf
zutragen und deren Täter im Dunkeln bleiben. Die Vorfälle hören nicht
auf, es scheint eine Methode der Bestrafung dahinter zu stecken und
schließlich wird sogar der behinderte Sohn der Hebamme zum Opfer
grausamer Qualen. Einzig der sensible Dorflehrer hinterfragt die Rolle
der Dorfkinder in diesem Zusammenhang. Doch als er seinen Verdacht
verfolgt, wird ihm vom Pastor dringend
geraten, sich aus der Sache herauszuhalten. Auch die Hebamme meint, die
wahren Täter zu kennen –
auf dem Weg zur Gendarmerie in der Stadt verschwindet sie aber ebenso
spurlos wie der Arzt, dessen Kinder und der behinderte Junge. Dem
Dorflehrer gelingt die Aufklärung der Vorgänge im Dorf nicht, aber er
verlässt es – gemeinsam mit seiner Liebe Eva. Doch mit der Botschaft
vom Attentat auf den österreichisch-ungarischen
Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajewo nimmt die Geschichte
bereits ihren bedrohlichen Lauf. Michael Hanekes Film
zeigt mit hoher historischer Genauigkeit ein geschlossenes autoritäres
System, das auf der Grundlage
permanenter Strafandrohung beruht: DAS WEISSE BAND untersucht die
offensichtlichen und unterschwelligen autoritären Strukturen in
Familien und Dorfgesellschaft und die Verinnerlichung von Werten durch
die Kinder. Der Film lotet Machtverhältnisse, vor allem das Gefälle
von Eltern zu Kindern, aus und enthüllt einen Mikrokosmos aus Demütigung,
Drohung, Denunziation. So
geht Haneke den Ursachen von Terror und Gewalt auf den Grund und findet
einen sehr eigenen und wirksamen filmischen Ausdruck, den Zuschauenden
diese Gewalt zu vermitteln. Ein Thema, das die
Schüler zu vielen Diskussionen und Gesprächen über Erziehung, Autorität
und Pädagogik animierte. Die Basis für eine schriftliche
Auseinandersetzung in Form eines Essays war gegeben und ließ sehr
unterschiedliche aber jeder auf seine Art höchst interessante Texte
entstehen. Robin Weebers Essay
wird demnächst auf der Homepage des Filmes „Das weiße Band“ mit
den Texten der weiteren Preisträgern zu lesen sein. Außerdem ist
mittlerweile die Anfrage eingetroffen, Weebers Essay in eine
Bildungs-DVD mit aufzunehmen als Vorbildfunktion und Aushängeschild für
Filmbildung. |
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