Fragebogenaktion zum Mensaessen
Mensa-Umfrage am Gymnasium ist ausgewertet
Die Ergebnisse der Umfrage liefern Gründe für den Rückgang der Mensabesuche am Fürstenberg-Gymnasium. Gleichzeitig bietet sie konkrete Anregungen für Verbesserungen. Vor allem die Qualität der Speisen ist steigerungsfähig. Außerdem möchten die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Menü zusammenstellen. Wenn der Preis dann noch stimmt und es weniger laut ist, kann es richtig schmecken.
Eltern, Jugendliche und Lehrkräfte haben sich im „Arbeitskreis Evaluation“ seit einem halben Jahr unter der Leitung von Herrn Oberstudienrat Markus Eisele mit der Frage befasst, weshalb weniger junge Kundinnen und Kunden in der Schulkantine des Fürstenberg-Gymnasiums Mittag essen. „Evaluation“ bedeutet Wertschätzung und Bewertung; die Ergebnisse einer Evaluation sollen die Qualität des untersuchten Gegenstandes verbessern. Dementsprechend werden auf der Basis der Evaluationsergebnisse Gründe für den Rückgang der Mensanutzung benannt und Verbesserungsvorschläge formuliert.
Wegen der großen Bedeutung der Ernährung für die Gesundheit, das seelische Wohlbefinden und die Lernfähigkeit der Schülerinnen und Schüler wurde mithin bewusst kein „Schnellschuss“ gestartet. Vielmehr nahmen einige Jugendliche und Lehrkräfte gemeinsam an einer Fortbildungsveranstaltung zur Durchführung von Evaluationen teil. Seitdem arbeitete der „Arbeitskreis Evaluation“ einen Fragebogen aus, um den Gründen für die rückläufige Entwicklung nachzugehen. Das Projekt wurde in der Gesamtlehrerkonferenz vorgestellt. Nachdem bedeutsame Problembereiche wie Preis und Geschmack durch Vorabinterviews von Kindern und Jugendlichen herausgearbeitet wurden, haben Eltern, Jugendliche und Lehrkräfte einen Fragebogen erstellt, der in einem Probelauf von Schülerinnen und Schülern der 5. bis 12. Klasse getestet und danach überarbeitet wurde.
Für die Durchführung der Umfrage haben zwei Kursstufenschüler, Jens Küblbeck und Stephan Storm, ein Computerprogramm entwickelt. Nach den Pfingstferien fand die Umfrage repräsentativ in Klassen des 5. bis 12. Jahrganges unter etwa 450 Schülerinnen und Schülern statt. Wie die Umfrage zeigte, essen die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten hauptsächlich bei außerschulischen Anbietern. Allerdings gehen sie häufiger in die Mensa, seitdem die Speisen nicht mehr vorbestellt werden müssen - eine Sofortmaßnahme nach den Osterferien zur Steigerung der Besucherzahlen.
Schülerinnen und Schüler, die die Mensa meiden, tun dies in erster Linie wegen der nicht ausreichenden Qualität der Menüs. Kritisiert werden die meist nur lauwarmen, undefinierbaren, unnatürlich schmeckenden und oft zu kleinen Portionen sowie die in keiner Relation dazu stehenden hohen Preise. Außerdem seien sie nur mittelmäßig appetitlich angerichtet. Auch die häufige Wiederholung der Menüfolge an bestimmten Wochentagen stößt auf Ablehnung. Äußere Faktoren wie die überwiegend lediglich durchschnittlich beurteilte Sauberkeit der Tische beeinträchtigen den Kantinenbesuch. Ferner empfinden die Kinder und Jugendlichen der weiterführenden Schule mit zunehmendem Alter das Verhalten und die Lautstärke der Grundschüler als störend. Zudem lade die schlechte Luft nicht zum Essen ein.
Die Schülerinnen und Schüler wünschen sich neben wärmeren, schmackhafteren und definierbareren Speisen, das eigene Menu mehr mitbestimmen zu können. Das betrifft sowohl die Portionsmenge als auch Zusammensetzung und Art der Speisen. Die jugendlichen Kunden würden gerne einzelne Speisen aus einem Menü kaufen. Zusätzlich zum bisherigen Angebot werden Pizza, Pommes, Spätzle, Spaghetti und ein kleiner Salatteller gewünscht. Eine übersichtliche und eindeutige Warenauszeichnung würde den Schülerinnen und Schülern helfen, sich über das Angebot schnell und zuverlässig zu informieren. Wenn die Menüfolge dann noch abwechslungsreicher und die Speisen ansprechender angerichtet wären, sind sie bereit, 2-3 Euro für ein Essen auszugeben.
Die äußeren Rahmenbedingungen ließen sich durch eine schülergerechte Gestaltung der Mensa etwa durch Gruppentische sowie eine günstigere Raumlüftung verbessern, wozu Grünpflanzen einen Beitrag leisten könnten. Regalwagen würden die Geschirrrückgabe erleichtern. Zu überlegen ist, wie die Kantine sauber gehalten werden kann. Auf welche Weise ein Einvernehmen mit der Grundschule wegen des Verhaltens und der Lautstärke der jüngeren Schülerinnen und Schüler erzielt werden kann, ist zu beraten. Weil eine Evaluation von dem Gedanken getragen ist, dass Aktion ohne Reflektion ins Leere läuft, ist nun gemeinsam im Gespräch eine Lösung zu finden, damit die Mensa des Fürstenberg-Gymnasiums wieder mehr von den eigenen Schülerinnen und Schülern besucht wird.
Norbert Schmeiser
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