AIDS - Eine Geißel des afrikanischen Kontinents

Ein Arzt für 50.000 Menschen und viele gefälschte Medikamente

 Schüler verschiedener Klassen am FG erfahren aus erster Hand 


Der Arzt Herr Dr. Heiner Kuhn Schüler des Fürstenberg-Gymnasiums bei seinem Vortrag über die Behandlung von AIDS in Afrika.

„Das Immunabwehrsystem wird durch die Kombination der Heilpflanzen ‚Moringa olifeira’ und ‚Artemisia annua’ so gestärkt, dass mit dieser Therapie behandelte, ehemals HIV-positive Kranke nun HIV-negativ sind. Dafür gibt es Beispiele“ mit diesen Worten überraschte der Arzt Herr Dr. Heinrich Kuhn Schüler des Fürstenberg-Gymnasiums bei seinem Vortrag über die Behandlung von AIDS in Afrika, der er in Rahmen des Religionsunterrichtes von Herrn Norbert Schmeiser hielt. Auf die Frage der Schüler nach der Wirksamkeit der Heilkräuter bei gewandeltem HIV-Virus antwortete er: „Wenn das Immunsystem intakt ist, spielt die Art und Weise des Virus keine Rolle“. 

Der Arzt arbeitet für Anamed, Aktion natürliche Medizin, die 1985 gegründet wurde, um traditionelle afrikanische Medizin mit Methoden der modernen westlichen Medizin zu erforschen. Daraus wurden Empfehlungen entwickelt, die es der einheimischen Bevölkerung ermöglichen, viele Heilpflanzen selbst in ihren Gärten zu ziehen, anzuwenden und dabei mögliche negative Nebenwirkungen zu vermeiden. Nach diesem Konzept vermittle Anamed das Wissen über die Heilpflanzen und ihren Anbau in Afrika in einwöchigen Seminaren, weil das Wissen sonst verloren zu gehe drohe.
Um die Wirkungsweise und den Erfolg der Heilpflanzen zu erläutern, beleuchtete er zunächst das Wesen der Krankheit AIDS: AIDS bedeute einen Abfall der Immunkompetenz des Körpers auf der Seite der zellulären Abwehr, einhergehend mit Entzündungen, die auch durch den Anstieg der Antikörper (humorale Abwehr) repräsentiert seien. Die helfenden Zellen sänken bei AIDS-Kranken unter 200 gegenüber 1000 bei Gesunden. Die Anwendung von Tee aus dem Beifußgewächs „Artemisia annua anamed“ steigere die zelluläre Abwehr und senke die humorale in den normalen Bereich, schaffe damit die Balance und stabilisiere die Immunlage.
Damit der Körper angesichts des miserablem Ernährungszustandes in vielen afrikanischen Ländern die Wirkstoffe dieser Heilpflanze überhaupt verarbeiten könne, müssten die Kranken als Zusatzernährung einen Teelöffel eines aus der Heilpflanze „Moringa olifeira“ zubereiteten Pulvers morgens und abends einnehmen. Die Folge dieser Kombinationsbehandlung aus Artemisia und Moringa stärke das Immunsystem so massiv, dass ehemals HIV-positive Kranke jetzt HIV-negativ seien. Diese Erfolge seien mit einer Züchtung von Artemisa annua, einem Hybrid, erreicht worden; die chinesische Heilpflanze wachse in Afrika und Europa nicht wild. Die Vermehrung dieser einjährigen Pflanze geschieht durch Stecklinge (vegetativ), was sich im afrikanischen Klima in rascher Abfolge ereignen könne, lockerer Boden, Licht und Wasser seien die Voraussetzungen. 

Außer diesen beiden Kräutern seien weitere drei Pflanzen in jedem Heilpflanzengarten anzubauen: Knoblauch (bei vielen Darmerkrankungen anzuwenden), Nienbaum (vertreiben Insekten, die Infektionen übertragen) und Papaya zur Behandlung von Wurmerkrankungen (Samenkörner und Fruchtfleisch) und äußerlichen Wunden (Saft von der angeritzten Schale); bei unterernährten, oft blutarmen Menschen (vor allem bei Kindern) und durch mangelnde Hygiene entstehen aus solchen Wunden oft weitreichende Erkrankungen.

Dr. Heinrich Kuhn lenkte seinen Blick aber auch auf die gesellschaftlichen Ursachen. So werde AIDS vor allem durch das Rollenverhalten von Männern verbreitet, die meinten, sie bräuchten 6 bis 8 Intimkontakte täglich und müssten sich diesen gegebenenfalls auch außerhalb der Ehe – häufig ungeschützt – suchen, auch mit Gewalt; ferner glaubten viele Männer, durch Geschlechtsverkehr mit einer Jungfrau von AIDS geheilt zu werden. Die so infizierten Frauen gäben die Krankheit an ihre Ehemänner, an ihre ungeborenen Kinder weiter. Deshalb stünden die gegenseitige Achtung von Mann und Frau sowie die eheliche Treue an ersten Stelle bei der langfristigen Bekämpfung von AIDS. Erst danach rangiere die Verwendung von Kondomen. Bei dem großen Ärztemangel - in den dichtbesiedelten Ländern Afrikas käme ein Arzt auf 50.000 Menschen und auf eine doppelt so große Bevölkerung in dünnbesiedelten wie Kongo oder Sudan – könne darauf ebenso wenig gebaut werden wie auf Medikamente, die nicht erschwinglich und oft nicht erhältlich sind. Denn laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) seien 50-70% der in Afrika im Handel befindlichen Medikamente gefälscht, d.h. es seien keine oder nur wenig Wirkstoffe darin. Aus der westlichen Zivilisation kämen viele abgelaufene Medikamente , die als Müll entsorgt werden müssten oder auf dem schwarzen Markt landeten. Vielfach nicht definierbar seien die von traditionellen Heilern benützten „Arzneien“ und Fetische. Auch die von der westlichen Pharmaindustrie produzierten Medikamente zur Eindämmung der Folgen von AIDS, seien nicht erfolgversprechend, zwar „fingen“ sie Viren und machten sie unschädlich, das Immunsystem werde aber nicht gestärkt. Deshalb müsse man an das landeseigene Wissen über Heilpflanzen anknüpfen.

Norbert Schmeiser

© Projekt Internet am Fürstenberg-Gymnasium Donaueschingen