Online Marketing und WebWelten

Das papierlose Büro – realistisch?

Schon seit den 70er Jahren geistert in vielen Unternehmen die Idee des papierlosen Büros durch die Gänge. Die Vision ist revolutionär und fast schon ein wenig utopisch. Und wir wissen heute, dass wir vom “papierlosen Büro genauso weit entfernt sind, wie vom papierlosen Klo.” Dank neuster Technologien (iPad, eBook-Reader) erscheint das papierlose Büro so nahe, dass man denken könnte, dass die Zeit nun doch reif sei. Dem ist nicht so!

Dem papierlosen Büro steht etwas viel Größeres im Wege. Es ist der Mensch. Jeder kennt bestimmt die Situation, in der die vielen Informationen auf dem Bildschirm unübersichtlich werden und man irgendwie nichts mehr wirklich fassen kann. In dieser Situation kann es sinnvoll sein, wenn man den Inhalt ausdruckt, denn das Papier ist ein Medium, das einen großen Einfluss auf unsere Psyche hat. Wenn wir ein Papier in der Hand halten, fühlen wir uns sicherer und es erscheint uns, als ob wir die Kontrolle wiedererlangt hätten. Von einem papierlosen Büro zu sprechen halte ich gerade aus den psychologischen Gründen für Quatsch und damit ist diese Vision in diesem ganzheitlichen Ansatz gestorben.

ABER! Einige Autoren haben sich weiterhin mit diesem Thema beschäftigt und sind der Meinung, dass man in diesem Zusammenhang eher vom papierarmen Büro oder papierlosen Geschäftsprozessen srechen sollte. Technologien, wie die SAP Interactive Forms by Adobe zeigen ganz klar in diese Richtung und werden unser leben ein wenig papierärmer machen.

Flash, SEO und RIAs – Software aus der Steckdose und die SUMAs

Gerade findet auf seo-united.de eine sehr interessante Diskussion statt. stereophone hat einen Artikel veröffentlicht, in dem er die in die Jahre gekommenen Webdesign-Techniken geißelt und vor allem auf die Einflüsse auf die Suchmaschinenpositionen analysiert. Bei einem Stichwort ist sich die Web-Gemeinde jedoch nicht wirklich einig – FLASH.

Eine Webseite die zu 100% aus Flash besteht, ist für meine Begriffe keine Webseite.

Flash ist eine Anzeigetechnologie, die in 98% der privaten Browser installiert ist, und es ermöglicht interaktive Anwendungen zu erstellen. Das hört sich sehr gut an, aber nach wie vor haben die Suchmaschinen ihre Probleme damit den Content einer Flash-Webseite auszulesen und den Suchmaschinennutzern die richtigen Webseitenviews anzuzeigen. Klar, es gibt hier mittels JavaScript u.a. die Möglichkeit Abhilfe zu schaffen, aber mich hat diese nie wirklich überzeugen können und aus diesem Grund setze ich persönlich bei Webseiten, die in den Suchmaschinen erscheinen sollen, nicht auf Flash.

Aber ich denke, dass hier unter falschen Prämissen diskutiert wird. Flash ist mittlerweile keine Technologie mehr, mit der Webseiten gestaltet werde sollten. Flash ist mittlerweile die Technologie für RIAs - Rich Internet Applications. Hierunter versteht man Anwendungen, die über das Internet genutzt werden. Oft hört man in diesem Zusammenhang auch die Analogie von der Software aus der Steckdose. Dieses neuartige Softwaredistributionsmodell ist die Zukunft und genau hier konnte sich Flash als eine Technologie positionieren.

SEO spielt in diesem Zusammenhang keine große Rolle. Diese Anwendungen werden nur über das Internet ausgeliefert und müssen nicht in den Suchmaschinen Positionen ergattern. Klar, diese RIAs werden mittels klassischer Webseiten im Netz beworben, aber SEO ist für den Einsatz von Flash kein vorrangiges Ziel mehr.

Interessant wird das ganze Thema dann an Stellen, an denen die klassischen Webseiten mit den Webanwendungen verschmelzen. Das bekannteste Beispiel sind die Online-Shops. Diese vollständig in Flash zu implementieren würde aus der Sicht des eCommerce und SEO keinen Sinn machen. Für die Usability ergeben sich hier jedoch Vorteile, die man in Zukunft bestimmt nutzen möchte. Hier gibt es dann die Möglichkeit Hybridwebseiten, bestehend aus HTML und Flashkomponenten, oder andere Technologien wie AJAX einzusetzen.

Letztendlich wird diese Diskussion erst vollständig aufgelöst werden, wenn Google und Co. Flash vollständig verstehen können.

Rankingkriterien in Zukunft

Auch heute bin ich mal wieder über ein Zitat gestolpert, welches mich nachdenklich gemacht hat. Ich habe es in einem Artikel zum Thema “Organischer Linkaufbau” auf ranking-check.de entdeckt:

Die neue Suchmaschine muss ja immer noch bestimmen, welche Website besser als die nächste ist. Und das kann nur dadurch beurteilt werden, wie die Seite aufgebaut und verlinkt ist. Etwas anderes kann gar nicht in Frage kommen.

Ich weis, dass die Dame ihr Geschäft verteidigen möchte, aber ich persönlich bezweifle, dass in Zukunft der Verlinkung einer Webseite so viel Gewicht zukommen wird, wie wir es heute kennen. Warum? Das liegt daran, dass dieser Rankingfaktor hochgradig manipulierbar ist.

Das Ziel einer Suchmaschine sind die Interessen der Besucher und das wird auch der Antrieb sein, der die Betreiber der Suchmaschinen dazu veranlassen wird, andere Rankingfaktoren in Zukunft höher zu bewerten. Aus meiner Sicht sind zwei Faktoren derzeit massiv unterbewertet: Usability und Content! Das hängt damit zusammen, dass der Aufwand diese Faktoren auszuwerten sehr hoch ist und das Ergebnis am Ende doch nicht wirklich überzeugen kann. Doch die Fortschritte in den Bereichen Text-Mining und Data-Mining die in den letzten Jahren erzielt wurden, lassen erahnen, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis der Content und die Usability einer Webseite direkt ausgewertet werden können. Die Strategie der Suchmaschinen ist klar. Die Qualität von Webseiten wird immer wichtiger werden und da eröffnen sich vollkommen neue Geschäftsfelder, so dass niemand den Zeiten des massiven Linkaufbaus nachheulen muss.

Facebook vs. Google: schlechter Vergleich und Chancen im Marketing

Wieder ein Zitat, das meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Diesmal stammt es von  seo-united.de:

Sollte eine Community irgendwann einmal die Nr. 1 des Internets werden und die Maschine Google vom Thron stoßen, wäre dieses ein würdiges Happy End einer spannenden Geschichte des Internets.

Wie schon zum Ende der Sowjetunion wird das Ende der Geschichte ausgerufen. Wie auch schon damals wird dies nicht passieren. Facebook und Google kann man nur partiell miteinander vergleichen. Das es zwischen Google News und Facebook parallelen gibt, kann ich verstehen, aber die Google-Suchmaschine ist etwas grundlegend anderes. Bei Google bin ich aktiv und muss nach den relevanten Informationen recherchieren, während ich bei Facebook eher passiv konsumiere und höchstens publiziere. Natürlich haben die Links meiner Freunde den höchstmöglichen Trust, aber ich bin auf der anderen Seite nur der Linkkonsument. Wenn ich derzeit ein bestimmtes Problem habe, können mir hier meine Kontakte auch nur bedingt weiter helfen.

Ein weiterer Gedanke, der mich hier beschäftigt, ist: Woher haben meine Kontakte ihre Informationen? Letztendlich wahrscheinlich von Google, die einfach am Anfang der Nahrungskette stehen. Wo dieses Konzept interessant werden könnte, sind Empfehlungen. Produkte, die ich mir gekauft habe und von denen ich weiß, dass sie meinen Freunden gefallen, kann man hier optimal kommunizieren. Denn hier vertraue ich meinen Freunden mehr als jeder Suchmaschine. Hier liegt das wahre Betätigungsfeld des Social Media Marketing!

Conversion Optimization (CO) und SEO

Search Engine Land hat gestern einen interessanten Artikel veröffentlicht, der meiner Meinung nach zukunftsweisend für die gesamte SEO-Szene ist. Ich kenne viele Webmaster, die mit ihren Webseiten ein sehr gutes Einkommen erwirtschaften. Die Konversionsraten sind meist jedoch im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Was heißt das?
Die meisten Betreiber von Webseiten haben kein Problem mit der Menge der Besucher, die sie über die Suchmaschinen finden. Ist ja auch klar! Damit beschäftigen sie sich seit mehreren Jahren. Das Problem ist die Tatsache, dass man hinterher aus den Besuchern zu wenig herausholt. Hier liegen ungeahnte Chancen, die bisher weitestgehend nicht genutzt wurden. Ein weites Betätigungsfeld für eine neue SEO-Generation.

Die Aussage, dass SEO nur Erfolg hat, wenn man das Marketing, die IT und die Wege der Nutzer perfekt versteht, ist die treffendste Definition, die ich je zu diesem Thema gehört habe.

Qualität setzt sich durch!
Auch wenn immernoch sehr viele SEO der Meinung sind, dass sich Masse auszahlt, sind die Zeiten, in denen dies Gültigkeit besaß fast vorbei. Die Qualität der einzelnen Webseiten – auch im Longtail-Umfeld – wird wichtiger werden, um gefunden zu werden und um dann den Besucher dem eigentlichen Ziel zuzuführen.

Welche Kriterien hier von Relevanz sind, lässt sich noch nicht mit Sicherheit sagen. Bisher operiert man hier häufig mit Erkenntnissen aus der klassischen Medienpsychologie, aber es ist unbestritten, dass früher oder später neue Online-Konzepte geschaffen werden müssen.

Zum Schluss noch ein kleines Zitat aus dem oben genannten Artikel…

…the driving goal of conversion optimization is dream building.

Weiterer Lesestoff:

Interview mit Jaron Lanier: Ein Kommentar

Wieder hat mich ein Interview auf SPON zum Nachdenken angeregt. Der Internetpionier Jaron Lanier äußert sich darin über die Zukunft des Netzes und lässt sich über die sozialen Netzwerke im Netz aus.

Besonders aufgefallen ist mir diese Aussage:

Nein, das Netz lässt nur Konformismus zu. Es belohnt Leute, die in soziale Normen passen. Wer sich außerhalb der Norm bewegt, kann schnell zum Opfer werden. Wir haben inzwischen ein riesiges Problem mit Cyber- Mobbing. Hinzu kommt, dass es das Netz nicht erlaubt, sich selbst neu zu erfinden. Es vergisst nichts.

SPON

Hierzu habe ich zwei Kritikpunkte:

  •  Was ist daran anders als im realen Leben?
  • Warum soll man sich im Netz nicht selbst neu erfinden können?

Auch im realen Leben werden Menschen von der Gesellschaft belohnt, wenn sie in soziale Normen passen. Sie bekommen oft gute Arbeitsplätze, Anerkennung, zwischenmenschliche Beziehungen, etc. Das ist auch gut so, denn der Mensch organisiert sich in sozialen Netzwerken seit ihn die Evolution hervorgebracht hat und genau das ist eine unserer unbestrittenen Stärken.

Es ist im Netz darüberhinaus sehr wohl möglich sich selbst neu zu erfinden. Ich würde sogar behaupten, dass es einfacher ist. Durch die Vielzahl an Kanälen, über die man kommunizieren kann, bringt ein Wechsel eines Kanals meist schon einen neuen Schub an Kreativität und fördert die Entwicklung der Persönlichkeit. So können Chat-Mauerblümchen zu IPTV-Heroes werden.

Das Web ist ein noch sehr junges soziales Medium und es wird noch einen riesigen Einfluss auf das Leben der Menschen haben. Der Weg dahin ist aber noch nicht festgelegt. Man sollte aber nicht immer alles so negativ sehen – das gibt Magengeschwüre.

Google führt den Benutzer

Google hat vor kurzem eine interessante Ankündigung gemacht. Man möchte in naher Zukunft Answer highlighting und die Synonym-Suche in die Suchergebnisse einfließen lassen. Zusammen mit der Personal Search und Suggest sind das weitere Schritte, die die Suche nach relevanten Informationen für den Benutzer verbessern sollen. Google ist nun in eine neue Phase der Weiterentwicklung eingetreten. Man versucht mit den verschiedenen Neuereungen den Benutzer zu führen und ihn schneller zu den gewünschten Ergebnissen zu führen.

Was bedeutet diese Entwicklung für SEOs?
Für SEOs und SEMs wird es in Zukunft wichtiger werden, sich mit dem Benutzerverhalten und der Useability von Webseiten auseinanderzusetzen. Wenn man die aktuellen Entwicklungen beobachtet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass Faktoren wie Webseitenstruktur, Benutzerführung, etc. neue wichtige Rankingfaktoren werden könnten.

Auch für die SEO-Tool-Anbieter eröffnen sich hier neue Möglichkeiten.

So long..

Google liefert beachtliches Ergebnis ab

Die Expansionspläne des Suchmaschinenkonzerns werden im Jahr 2010 neuen Schwung bekommen. Die Kassen für Investitionen sind gefüllt. Google hat im letzten Quartal 2009 ganze zwei Milliarden Dollar Nettogewinn erwirtschaftet. Der Umsatz konnte um 17%(!) auf über 6 Milliarden Dollar gesteigert werden. Die Marge ist der Hammer.

Was das bedeutet sollte jedem klar sein. Google kann ein weiteres starkes Wachstum finanzieren und sich den Herausforderungen des mobilen Internets stellen. Zukäufe werden (auch laut Eric Schmidt) sehr wahrscheinlich. Man wolle sich hier auf kleinere Unternehmen konzentrieren. Sprich: Man möchte Know-How, neue Produkte und Innovation einkaufen.

Wir werden sehen wo Google am Ende des Jahres dann steht.

Google, die Verlage und das Bundeskartellamt

Die Verlage haben eine Beschwerde beim Bundeskartellamt eingereicht und alleine diese Aussage ist für mich der Beweis, dass die Branche den Verstand verloren hat und die aktuellen Entwicklungen rund um das Internet überhaupt nicht versteht oder verstehen will.

„Wir wollen wissen, wie gelistet wird und warum welches Angebot oben in der Ergebnisliste steht, und wir wollen an den Werbeeinnahmen, die mit unseren aufwendig hergestellten Qualitätsinhalten generiert werden, beteiligt werden“

  1. Ist es total irre, von einem privatrechtlichen Unternehmen zu fordern, dass es Firmengeheimnisse preis gibt.
  2. Qualitätsinhalten? Wenn ich in Google nach einer News suche, dann passiert es nicht selten, dass mir eine lange Liste Duplicate Content entgegenschlägt. Ein großer Teil der heutigen Qualitätsinhalte werden von Bloggern und anderen freien Geistern produziert. Diese lassen sich auch auf Diskussionen ein und genau das ist doch der Zweck für den das Web geschaffen wurde.

Die Verleger sollten sich mal überlegen, wer hier die Trümpfe in der Hand hält. Statt sich so gegen die neue Webwelt zu wehren, sollten die Verlage lieber die Chancen ergreifen, die sich ihnen hier bieten. Aber solange die Murdochs dieser Welt diese Branche bestimmen, wird sich hieran wenig ändern und letztendlich wird die neue Internetgeneration den Kampf ohne das Bundeskartellamt entscheiden.

Interview Sennett: Google und der Staat

Google ist das Werkzeug, nicht die Ursache.

Dieser Aussage von Sennett kann ich nur zustimmen. Wissen wird in Zukunft nicht nur zum wichtigsten Produktionsfaktor der globalisierten Ökonomie werden, sondern auch das Herrschaftsinstrument der Zukunft. Wie die politische Struktur in diesem Zusammenhang aussehen wird, möchte ich an dieser Stelle nicht erörtern, aber es ist klar, dass sich dadurch einiges Wandeln wird.

Eine Problem könnte sich aber ergeben, wenn Google versteht, dass sie im Besitzt des Herrschaftsinstruments sind. Dann sollte man Hoffen, dass sie ihr viel zitiertes Unternehmenssprüchlein auch wirklich ernst nehmen. Google ist das erste Unternehmen der Welt, dass einen Herrschaftsanspruch durchsetzen könnte – der Beginn einer neuen Weltordnung?

Zuletzt noch das schönste Zitat aus dem Interview:

In der Technikgeschichte gibt es immer eine Krise, wenn eine neue Maschine kommt. Denn die Maschine existiert, bevor die Menschen wissen, wie man sie gut nutzt.

Interview auf SPON

PS: Der Vergleich mit der Stasi ist in meinen Augen mehr als verfehlt. Aus diesem Grund sollte dies auch nur eine Randnotitz bleiben.

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