Biomedical Engineering - was ist das?

Das Gesundheitswesen von heute wird immer technischer. Um die heutigen Möglichkeiten wirklich effizient nutzen zu können, braucht man mehr als reine Ingenieurinnen und Ingenieure, Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker. Es werden kompetente Expertinnen und Experten gesucht, denen die Schnittstelle zwischen Medizin, Mensch und Technik vertraut ist, die die gemeinsame Sprache sprechen und "darüber" stehen, d. h. ein disziplinübergreifendes Wissen besitzen.

Der von den Fachhochschulen Albstadt-Sigmaringen und Furtwangen konzipierte Studiengang "Biomedical Engineering" vermittelt dieses Wissen. Er richtet sich als aufbauender Studiengang an all jene die schon einen ersten berufsqualifizierenden Studienabschluss in einem Fach haben, das in einem direkten inhaltlichen Bezug zu diesem Themenkreis steht, also Diplomingenieure/innen, aber auch Chemiker/innen oder Biologen/innen oder Ärzte/innen oder andere. Und zwar gleichermaßen an Interessenten, die ihr "erstes" Studium gerade abgeschlossen haben, wie auch an solche, die schon ein paar Jahre Berufsleben hinter sich gebracht haben und nun noch einmal geballt Wissen "nachtanken" wollen.

Die durch das Ministerium erfolgte Genehmigung des internationalen Masterstudiengangs "Biomedical Engineering" im Sommersemester 2000 trägt der Globalisierung und Internationalisierung der Wirtschaft Rechnung. Besonders für die traditionell international ausgerichtete Medizintechnik ist diese Möglichkeit der Weiterqualifizierung sehr bedeutsam.

 

Das BME Masterstudium – wie läuft das ab?

Die Regelstudienzeit beträgt drei Semester. Dieses Studium hat die Besonderheit, daß es von zwei Hochschulen als Kooperationsprojekt angeboten wird. Das heißt sowohl von der Fachhochschule Albstadt-Sigmaringen am Standort Sigmaringen als auch von der Fachhochschule Furtwangen am Standort VS-Schwenningen, jedoch mit unterschiedlichen Ausrichtungen. Beide Hochschulen haben innerhalb des weiten Feldes "biomedizinische Technik" ihre eigenen inhaltlichen Schwerpunkte. In AS liegt er mehr auf biologischen und pharmazeutischen Inhalten, in VS mehr auf der Medizintechnik und der Wissens- und Signalverarbeitung in der Medizin. Das Lehrangebot ist in Module gebündelt; jedes Studiensemester stellt ein in sich geschlossenes Modul dar.

Die beiden ersten Semester setzen sich damit also aus vier eigenständigen Modulen, jeweils zwei in Sigmaringen und zwei in VS-Schwenningen zusammen, wohingegen das Lehrangebot des dritten Semesters aus Wahlpflichtfächern besteht. Die Studierenden haben für die ersten zwei Semester die Möglichkeit der Wahl zwischen verschiedenen Studienwegen, nämlich die sequentielle Variante (Wahl der beiden Module einer Hochschule) oder die alternierende Variante (Wahl je eines Moduls mit Wechsel des Studienorte nach dem ersten Semester).

Das dritte Semester ist weit weniger fest strukturiert. Hier können und sollen die Studierenden, ihren speziellen Neigungen und Interessen entsprechend, ihr Wissen vertiefen. Hierzu werden an beiden Standorten Spezialvorlesungen angeboten. Aber auch Lehrveranstaltungen an der Universitätsklinik Freiburg oder anderen Hochschuleinrichtungen können hier belegt werden. Dieses dritte Semester kann aber auch an einer ausländischen Partnerhochschule absolviert werden. Den Abschluss des Studiums bildet eine wissenschaftliche Abschlussarbeit, die sog. Master Thesis, die i. A. auch im dritten Semester angefertigt wird. Den grundsätzlichen Aufbau des Studiums erläutert die Graphik des BME-Flyers. Vollständigkeitshalber sei erwähnt, dass die Studierenden auch die Möglichkeit haben, einen individuellen Studienplan für die ersten beiden Studiensemestern, gebildet aus dem Lehrangebot aller vier Grundmodule zu beantragen. Die Entscheidung über die Genehmigung des Antrags trifft der Prüfungsausschuss. Aus einer etwaigen Genehmigung erwachsen jedoch keiner der beiden Hochschulen irgendwelche Verpflichtungen organisatorischer Art hinsichtlich der Realisierbarkeit dieses Studienplanes. Das heißt konkret, dass es wegen der Lage der einzelnen Fächer im Stundenplan oder aus anderen Gründen nicht gewährleistet ist, dass er den gewünschten Studienablauf in drei Semestern absolvieren kann. Dies ist nur für die oben angesprochenen vier Studienvarianten gesichert.