Masterstudiengang – was ist das?
Das Studium in Deutschland ist traditionell einzügig aufgebaut, d.h. es stellt eine Einheit dar, mit dessen Abschluss man einen akademischen
Titel und ein Zeugnis - z.B. Diplomzeugnis- bekommt, unabhängig ob man damit in das "normale Berufsleben" in Wirtschaft und Industrie
gehen will oder ob man mehr wissenschaftlich arbeiten will. In anderen Ländern ist das anders. Im angloamerikanischen Raum z.B. hat man
ein zweistufiges Modell: In einem ersten drei oder vierjährigen Abschnitt erwirbt man einen berufsqualifizierenden Studienabschluss,
den sogenannten Bachelor. Die Studiengänge sind so ausgelegt, dass in dieser Zeit das Wissen vermittelt wird, um im normalen Berufsleben
erfolgreich bestehen zu können. Wer aber Lust hat, noch mehr Theorie zu machen -und die erforderlichen Voraussetzungen mitbringt- kann
direkt oder zu einem späteren Zeitpunkt noch ein zweites Studium draufsetzen: Dieses ist dann das sogenannte Masterstudium.
Ein solcher zweiteiliger ("konsekutiver") Studienaufbau hat viele Vorteile. Man erhält in relativ kurzer Zeit das für ein erfolgreiches
Berufsleben erforderliche Wissen und mit dem Bachelor einen berufsqualifizierenden Abschluss. Nicht jeder will ja in die Forschung
gehen, und viele lernen lieber im Berufsalltag das dazu, was sie noch brauchen. Andere wollen sich weiterqualifizieren, entweder um
interdisziplinäre Brücken zu schlagen oder um sich irgendwo vertiefend zu spezialisieren. Diese machen dann eben noch einen
"Master" mit einem zweiten aufbauenden Studienabschluss. Dieser ist, egal ob an einer Universität oder Fachhochschule erworben,
grundsätzlich sogar promotionsberechtigend.
Das neue Hochschulrahmengesetz ermöglicht neuerdings auch in Deutschland den Aufbau solche konsekutiver Studienangebote. Der
von den Fachhochschulen Albstadt-Sigmaringen und Furtwangen konzipierte Studiengang "Biomedical Engineering" ist ein solcher
Masterstudiengang.