Messeinrichtung für Straßenqualität

Fahrbahnen sind im Straßenverkehr einem Verschleiß unterworfen. Jeder kennt das Problem der Schäden, die durch Fahrzeuge oder durch Witterung hervorgerufen werden. Die Folge sind Risse und Schlaglöcher in der Fahrbahndecke. Bleiben diese Schäden unbearbeitet, weiten sie sich aus, die Löcher werden größer, die Risse tiefer. Durch Verkehr und Witterung wird der Schadensprozess dann noch intensiver.
Dieses Problems hat sich die Fakultät Computer&Electrical Engineering (CEE) der Hochschule Furtwangen angenommen. Es wurde eine Messeinrichtung entwickelt, die mit Hilfe des ForestBoosters den Straßenzustand bewertet.
Die öffentliche Hand ist gut beraten, möglichst rechtzeitig Straßenbeläge zu warten und Schäden zu beseitigen – das ist manchmal teuer, aber immer noch günstiger als die Fahrbahnen verkommen zu lassen. Schadhafte Straßen hinterlassen nicht nur ein negatives Bild, sie gefährden auch akut die Sicherheit im Straßenverkehr, erzeugen mehr Lärm, mehr Kraftstoffverbrauch und mehr Emission von Schadstoffen und Staub. Kommunen und andere Träger der Straßen sind deshalb gehalten,nach einer Prioritätenliste die Wartungsarbeiten durchzuführen – ein Punkt, bei dem Streit oft vorprogrammiert ist.
Grün bis rot Die Fakultät CEE hat nun im Rahmen ihrer Aktivität IAA (International Automotive & Avionics Engineering) mit Studenten des Studiengangs Electrical Engineering eine Messeinrichtung entwickelt, die es erlaubt, im Fahrbetrieb mit einem Fahrzeug die Qualität des Straßenbelags zu bewerten. So kann beispielsweise der CEE-ForestBooster, oder jedes beliebige andere Fahrzeug, die Straßen abfahren und den Straßenzustand mit Hilfe elektronischen Kartenmaterials bewerten und farblich erfassen, sozusagen mit Noten von 1 (grün) bis 5 (rot). Die Güte der Straße Im Fahrzeug wird hierfür an einem oder mehreren Rädern an der Radaufhängung nahe des Rades ein Beschleunigungssensor eingebaut, der die vertikale Beschleunigungskomponente misst. Rollt das Rad über Unebenheiten, federt es ein und eine vertikale Beschleunigung ist zu messen. Diese Beschleunigung ist neben der Fahrzeuggeschwindigkeit auch von der Fahrbahnunebenheit abhängig. Durch ein Modell lässt sich der Einfluss der Geschwindigkeit neutralisieren. Die Messergebnisse liefern dann unmittelbar die Güte, die Note der Straße. Geschwindigkeit und Position liefert ein GPS-Navigationssystem, so dass die Ergebnisse direkt im Kartenmaterial eingetragen werden können. Kommunen haben bereits Interesse bekundet, um eine direkte Bewertung von Straßenzuständen zu bekommen. CEE hat bereits einige Straßen in Furtwangen und Umgebung sowie Kreis- und Landesstraßen getestet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – die Idee funktioniert!       Prof. Dr.-Ing. Robert Hönl